Toter Eisbären-Pfleger Knut wird Dörflein suchen


Nach dem Tod von Tierpfleger Thomas Dörflein trauern zahlreiche Menschen am Gehege seines Pflegekindes Knut. Der Eisbär selbst kann nicht wissen, was geschehen ist. Doch wie wird er darauf reagieren, dass sein Pfleger nie mehr zurückkommt?

Nach dem überraschenden Tod seines Tierpflegers Thomas Dörflein wird der Berliner Eisbär Knut "ein paar Tage oder einige Zeit nach ihm suchen". Das erklärte der für die Bären im Berliner Zoo verantwortliche Biologe Heiner Klös am Mittwoch. "Der Bär merkt, dass jemand nicht mehr da ist. Er kann aber nicht merken, dass jemand endgültig nicht mehr da ist", sagte Klös.

Der Eisbär werde seine Suche mit der Zeit aufgeben und wahrscheinlich keinen Schaden davontragen. "Knut wird durch den Verlust kein Magengeschwür bekommen oder umkippen", sagte Klös. Die Grundfrage, ob Bären trauern können, sei in der Zoologie umstritten.

Dörflein war am Montag an einem Herzinfarkt gestorben. Der durch Knut weltbekannte Tierpfleger hatte den von seiner Mutter verstoßenen Eisbären mit der Flasche aufgezogen und betreut. Ein Termin für die Beerdigung Dörfleins ist nach Angaben der Familie noch nicht festgelegt. Überlegt werde, den Verstorbenen am 13. Oktober beizusetzen, sagte seine Schwester Patrizia Grünberg am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Danach wünscht sich Dörfleins 35-jährige Lebensgefährtin dieses Datum, weil er an dem Tag 45 Jahre alt geworden wäre. "Ein Datum steht bisher nicht offiziell fest", sagte Grünberg.

Der Berliner Zoo, in dem Dörflein über 25 Jahre lang gearbeitet hat, erklärte, die Beerdigung sei "Sache der Familie". Eine eigene Trauerfeier für Dörflein werde der Tierpark nicht veranstalten. Allerdings kommen seit Tagen zahlreiche Menschen zum Gehege Knuts und hinterlegen Beileidsbriefe für seinen Pfleger, Plüschtiere oder Blumen. Zudem hat der Zoo im Internet ein Kondolenzbuch eingerichtet, auf dem innerhalb von 24 Stunden etwa 2700 Mails eingingen. Die Beileidsbekundungen kamen hauptsächlich aus Deutschland, doch auch aus vielen anderen Ländern der Welt, sagte Zoo-Sprecherin Claudia Bienek. Darunter seien Mails aus Vietnam, den USA, der Türkei, Holland, Schweden und Frankreich.

DPA DPA

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