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Tsunami-Schutz: Indonesien bekommt deutsches Frühwarnsystem

Indonesien baut ab Oktober ein deutsches Tsunami-Frühwarnsystem vor seiner Küste auf. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn erklärte, das deutsche System böte die modernste und leistungsfähigste Technologie.

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn und ihr indonesischer Kollege Kusmayanto Kadiman unterzeichneten eine Erklärung in Jakarta, dass Indonesien ab Oktober ein deutsches Frühwarnsystem installieren wird. Das vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) entwickelte Frühwarnsystem hat einen Gesamtwert von 45 Millionen Euro. Deutschland stellt es Indonesien im Rahmen der Hilfe für die vom Tsunami Ende Dezember verwüstete Region zur Verfügung.

"Exzellente Technologie"

Das System übermittelt mit Sensoren auf dem Meeresboden sowie Bojen und Satelliten Informationen über Erdbeben und Flutwellen an eine Beobachtungsstation an der Küste. Bulmahn erklärte, Naturkatastrophen könnten zwar nicht vorhergesagt werden, aber man könne sich bemühen, ihre Folgen zu verringern. Das System werde auch Nachbarstaaten schützen. Sie freue sich sehr, dass sich Indonesien für das deutsche Konzept entschieden habe. "Das System liefert Daten in Echtzeit und sichert damit schnellstmögliche Vorwarnzeiten." Dies sei ein großer Erfolg für das GFZ, stellvertretend für die deutschen Geowissenschaften.

Vorgesehen seien auch Schulungen von Experten, Verantwortlichen vor Ort und den Bewohnern der gefährdeten Region, damit die Technik von den Menschen angenommen werde. Bereits im Oktober werde das deutsche Forschungsschiff "Sonne" erste GPS-gestützte Bojen in indonesischen Gewässern aussetzen. Über den genauen Einsatzort der Bojen und Sensoren werde in den kommenden Monaten entschieden. Das System solle auch Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche erfassen.

Das in Potsdam entwickelte System sei die modernste und leistungsfähigste Technologie, sagte Bulmahn im ZDF-Morgenmagazin. "Diese exzellente Technologie ist verbunden mit einem vernünftigen und guten Qualifikationskonzept", erklärte die Ministerin im Deutschlandradio Kultur. Das habe Indonesien überzeugt. Das Konzept sei darüber hinaus mit der Unesco abgestimmt, die den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean koordiniert. "Das ist mir ganz wichtig. Nur so können wir erreichen, dass die unterschiedlichen Systeme miteinander vernetzt werden können", sagte Bulmahn weiter.

AP

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