HOME

USA: Vom Winterchaos kalt erwischt

Stürme, Schnee und eisige Temperaturen haben im Osten der USA zu chaotischen Zuständen geführt. Mindestens 17 Menschen starben, bei 1,5 Millionen fiel der Strom aus.

Stürme, Schnee und eisige Temperaturen haben im Osten der USA zu chaotischen Zuständen geführt. Mindestens 17 Menschen kamen ums Leben, die meisten bei Autounfällen. Rund 1,5 Millionen Menschen waren am Donnerstagabend (Ortszeit) in den Bundesstaaten North und South Carolina ohne Strom, berichteten örtliche Medien.

Eisregen und Schneestürme hatten Leitungen und Bäume niedergerissen. Die Lage blieb zunächst angespannt. Zahlreiche vereiste Bäume und Leitungen drohten, umgerissen zu werden.

Auch am Wochenende kein Strom

Der Gouverneur von North Carolina, Mike Easley, kündigte an, dass die Menschen vermutlich auch am Wochenende ohne Strom auskommen müssten. Tausende Helfer begannen mit der Reparatur der Leitungen. In Washington und New York sorgten rund 20 Zentimeter Schnee für winterliche Verhältnisse.

»Es ist der schlimmste Eissturm, den wir je gesehen haben«, sagte Manager E.O. Ferrel des Stromversorgers Duke Power in North Carolina. Allein dort waren eine Million Menschen ohne Strom. Die Behörden in North Carolina und anderen südlichen Bundesstaaten waren auf die ungewöhnliche Kälte und den Schnee nicht vorbereitet. Der Wintersturm zog in einem breiten Streifen von Nordtexas bis in die Neuenglandstaaten. In der Hauptstadt Washington fiel für alle Schüler die Schule aus.

Stundenlange Verspätungen

Für Hunderttausende Flugreisende brachte das Unwetter stundenlange Verspätungen. Am schlimmsten traf es den LaGuardia Flughafen bei New York, wo einige Passagiere 16 Stunden ausharren mussten. In Charlotte, dem Drehkreuz der Fluggesellschaft US Airways, konnten wegen der Stromausfälle 100 Flugzeuge nicht enteist werden. Die Flüge wurden gestrichen und 3000 Passagiere saßen fest. Auf den Straßen ereigneten sich etliche Autounfälle. »Überall liegen Wracks«, sagte der Sprecher der Polizei im Bundesstaat Virginia im Rundfunk. »Es wird noch schlimmer werden, bevor sich die Lage bessert.«

Raumfähre kann nicht landen

Die Folgen des Wintereinbruchs bekamen auch die Astronauten der Raumfähre Endeavour zu spüren. Die US-Weltraumbehörde NASA verschob am Donnerstag erneut die Landung in Cape Canaveral in Florida. Die Fähre, die drei Astronauten nach sechsmonatigem Weltraumeinsatz in der Internationalen Raumstation (ISS) zur Erde zurückbringt, sollte eigentlich schon am Mittwoch landen. Die nächste Landemöglichkeit in Florida besteht am Freitag abend.