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Virus-Ausbreitung: Vogelgrippe in Berlin und Mannheim bestätigt

Bei zwei weiteren in Deutschland verendeten Tieren wurde die aggressive Variante des Vogelgrippevirus identifiziert. Dabei handelt es sich um einen in Berlin gefundenen Mäusebussard und ein Blesshuhn aus dem Raum Mannheim.

Die örtlichen Behörden habe unter Berufung auf Untersuchungen des nationalen Referenzlabors des Friedrich-Loeffler-Institutes auf der Ostseeinsel Riems in beiden Fällen die Infektion bestätigt. In Berlin bleiben die eingeleiteten tierseuchenrechtlichen Maßnahmen deswegen bis zum 27. April bestehen, in Mannheim bis einschließlich 21. April. Für die Bevölkerung ergeben sich mit der Infektion verschiedene Einschränkungen.

Sperrbezirk am Bodensee vor Aufhebung

So dürfen über einen bestimmten Zeitraum hinweg in Gefangenschaft gehaltene Vögel und Geflügel nicht aus dem Schutzgebiet heraus gebracht und nur nach vorheriger Anzeige beim örtlichen Veterinäramt innerhalb des Beobachtungsgebietes transportiert werden. Dagegen wird der Vogelgrippe-Sperrbezirk in Meersburg am Bodensee voraussichtlich am Sonntag aufgehoben. Dort war am 9. März 2006 der Ausbruch der Geflügelpest bei einer Wildente amtlich festgestellt worden.

Nachdem mit Ablauf des 1. April die 21-Tage-Frist ohne einen neuen Fall endet, werden die Beschränkungen für diesen Sperrbezirk aufgehoben, teilte das Landratsamt Bodensee mit. Der Sperrbezirk Friedrichshafen/Langenargen endet voraussichtlich mit Ablauf des 3. Aprils.

Sonnleitner gegen Impfung

Unterdessen sprach sich der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, gegen eine Impfung von Geflügel zum Schutz vor der Vogelgrippe ausgesprochen. Da sich derzeit nicht unterscheiden lasse, ob die infizierten Tiere geimpft oder tatsächlich erkrankt seien, würde damit die Eindämmung der Tierseuche noch erschwert, sagte Sonnleitner. Erst wenn es möglich sei, die Viren vom Impfstoff klar zu unterscheiden, sollten die Geflügelbestände geimpft werden. Dann wäre auch das Keulen der Tiere nicht mehr erforderlich. Gegenwärtig seien jedoch Stallpflicht und strenge hygienische Vorschriften in den Geflügelställen der beste Schutz gegen ein Ausbreiten der Seuche.

DPA / DPA