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Weltklimabericht: Klima wandelt sich schneller als angenommen

Der Weltklimarat veröffentlicht am Freitag die Hauptaussagen des fünften Klimareports. Forscher und Politiker feilen noch am Wortlaut der Thesen und die Chefin des UN-Klimasekretariats schlägt Alarm.

Die Leiterin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, erwartet vom neuen Sachstandsbericht des Weltklimarates ein "Alarmsignal für die Welt". Es gebe "keinen Zweifel daran", der Bericht der Klimaexperten "werde allen zeigen, dass die Herausforderung noch größer und dringender als gedacht" sei, sagte Figueres am Donnerstag am Rande der UN-Vollversammlung in New York. Entscheidend sei, wie die Regierungen mit dieser Herausforderung umgingen. Die bislang getroffenen Maßnahmen zur Verringerung des Treibhauseffekts reichten nicht aus.

In Stockholm rangen Forscher und Regierungsvertreter um den Wortlaut der Kernaussagen des fünften Weltklimaberichts. An diesem Freitag wollen sie mit einer Kurzfassung des Reports an die Öffentlichkeit gehen. Darin präsentiert der Weltklimarat IPCC den aktuellen Stand in Sachen Klimawandel und gibt etwa einen Ausblick darauf, wie stark sich die Lufttemperatur in den kommenden Jahrzehnten erwärmen und der Meeresspiegel steigen könnte.

"Wie kann man ernsthaft sagen, da sei nichts?"

Auch wenn in der Klimaforschung vieles weiter nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, erhoffen sich Beobachter von dem neuen Bericht Antworten auf einige wichtige Fragen - etwa die, warum die Erde sich seit 15 Jahren nicht mehr so schnell erwärmt wie in den Dekaden zuvor. Dass der Mensch seit einigen Jahrzehnten der wichtigste Einflussfaktor für das Klima ist, darin ist sich die Forschung dagegen weitestgehend einig. Um den genauen Wortlaut der Kernaussagen werde konstruktiv verhandelt, ist von Teilnehmern in Stockholm zu hören. Die Nacht müssten sich die Forscher und Regierungsvertreter aber wohl um die Ohren schlagen, um rechtzeitig fertig zu werden.

Den Skeptikern, die einen Klimawandel bestreiten, sagte Christiana Figueres, sie würden "gerade eine Schlacht verlieren". Sie würden zwar immer wissenschaftlicher auftreten. "Aber jeder, der daran zweifelt, möge mal aus dem Fenster schauen. Jeder hier in New York erinnert sich an (den Wirbelsturm) 'Sandy'. Jeder im Mittleren Westen hat die Stürme dort erfahren. Wie kann man jetzt noch ernsthaft sagen, da sei nichts?"

Zehntausende Studien gesichtet

Dennoch bleibe sie optimistisch. "Die Menschheit muss, kann und wird zusammenarbeiten, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels abzuwenden", sagte die Costa-Ricanerin. "Ich habe mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs und mit nichtstaatlichen Organisationen gesprochen und ich bin zuversichtlich." Es gebe beeindruckende Initiativen. "Und die Staaten begreifen, dass Klimaschutz Jobs schaffen und den Lebensstandard erhöhen kann." Zudem könne er politische Stabilität schaffen. "Allerdings muss uns auch klar sein: Alle Initiativen, alle Versprechen, die wir jetzt haben, werden nicht genügen." Noch tue kein Land genug gegen den Klimawandel.

Für den Weltklimareport haben Hunderte Wissenschaftler Zehntausende von Studien gesichtet. Schließlich ist das aus insgesamt drei Teilen bestehende Dokument wichtige Grundlage für die politischen Klimaverhandlungen. Während der erste Teil des Reports wissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels behandelt, konzentrieren sich Teil zwei und drei auf dessen Auswirkungen und den Klimaschutz. Sie werden im Frühjahr 2014 vorgestellt.

jat/AFP/DPA / DPA