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Gigant am Himmel: Supermond schaut der Welt in die Fenster

Fast bundesweit freie Sicht auf den Supermond: Der Himmelskörper kam unserem Planeten am Sonntag so nahe wie schon lange nicht mehr und zeichnete ein erstaunliches Bild in den schwarzen Nachthimmel. 

Der "Supermond" kommt der Erde so nah wie selten

Die Silhouette der Figur Viktoria hebt sich auf der Siegessäule in Berlin vor dem fast vollen Supermond ab. 

Spaziergängern und Nachtaktiven in Deutschland bot sich ein einzigartiges Naturschauspiel am Sonntagabend. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, hatten vor allem Bewohner im Norden und Osten einen freien Blick auf den Erdtrabanten, der groß und mächtig am Himmel stand. So nah, dass es wie ein Katzensprung wirkt. Tatsächlich sind es allerdings einige Meter mehr.

356.509 Kilometer trennen Erde und Mond

Nur im Süden und Südwesten der Republik verdeckten dichte Wolken den Blick zum Firmament. Der Mond kommt der Erde derzeit so nah wie selten. Dadurch wirkt er besonders groß. Die echte Vollmondphase beginnt am Montag exakt um 14.52 Uhr. Nur drei Stunden zuvor kommt der Trabant mit nur 356.509 Kilometern Distanz in extreme Erdnähe. Erst am 7. April 2020 wird unser Nachbar im All der Erde mit 356 907 Kilometer ähnlich nahe kommen. Noch näher war er am 4. Januar 1912, als er bis auf 356 375 Kilometer an die Erde herankam.

Wolken versperren am Montag Sicht auf den Supermond

Auch am Montag strahlt der Riesen-Vollmond am Nachthimmel. Dann dürften aber an vielen Orten in Deutschland dichte Wolkenfelder den Blick auf den Supermond behindern. Voraussichtlich bekommen ihn nur die Menschen in Brandenburg, Sachsen und der Osthälfte Bayerns zu sehen. In den übrigen Regionen Deutschlands ist der Himmel nach Angaben des DWD wolkenverhangen.

Die Nähe des Mondes beeinflusst auch die Gezeiten. «Je näher der Mond an der Erde ist, desto höher ist die Gravitationskraft. Das kann zu höheren Springfluten führen», erläutert Guido Thimm, Wissenschaftlicher Geschäftsführer am Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg. Gravierende Auswirkungen seien aber nicht zu erwarten. Springtiden bezeichnen eine besonders hohe Flut und eine besonders niedrige Ebbe.

sve / DPA