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Zugraub Wahrer Rambo – der Gurkha Bishnu Shrestha kämpfte gegen 40 Räuber, um ein Mädchen zu retten

Gurkha-Soldaten gelten als unerbittliche Kämpfer. Das Symbolbild zeigt Gurkhas der britischen Armee.
Gurkha-Soldaten gelten als unerbittliche Kämpfer. Das Symbolbild zeigt Gurkhas der britischen Armee.
© Getty Images
Im Jahr 2010 überfiel eine Bande einen Zug in West-Bengalen. Als sie ein Mädchen vergewaltigen wollten, stürzte sich Bishnu Shrestha mit seinem Khukuri-Dolch auf die Übermacht.

Die Gurkha-Truppen gelten als die härteste Infanterie der Welt. Bei Gallipoli vermochten nur sie es, durch das Abwehrfeuer die osmanischen Gräben zu erreichen. In Italien versetzten sie die deutschen Soldaten in Angst, wenn sie nachts mit ihrem Krummdolchen auf die Jagd gingen.

Der Name der Gurkhas kommt vom Königreich Nepal einst Gorkha genannt. Im Krieg gegen das Land mussten die Briten die Kampfstärke der Soldaten erkennen. Seit einem Vertrag von 1816 haben sie das Recht, dort Soldaten anzuwerben. Seit der Unabhängigkeit wird diese Praxis auch von Indien weitergeführt. Gurkha-Soldaten kämpfen seitdem in jedem britischen Krieg. Von der Königin wurde Sergeant Dipprasad Pun von den Royal Gurkha Rifles für seine Tapferkeit ausgezeichnet. Ganz allein tötete er im Jahr 2010 30 Taliban. Seit Jahren fahren die Briten die Zahl der Gurkha-Kämpfer zurück. Aktuell gibt es eine hässliche Auseinandersetzung über ihre Diskriminierung bei Pensionen.

So ein Soldat war auch Bishnu Shrestha.  Am 2. September 2010 saß Bishnu Shrestha in einem Zug – dem Maurya Express – in Westbengalen. Der 35-Jährige hatte seinen Abschied genommen und wollte nach Hause zurückkehren. Sich ein Stück Land in den Bergen kaufen und ein ziviles Leben beginnen. Mitten in der Nacht kam es zu einer abrupten Notbremsung. Leute fielen von den Stühlen und überall erhoben sich Männer im Zug, die mit Messern und Knüppeln bewaffnet waren. Eine Bande hatte sich als Reisende getarnt und begann nun, den Zug auszurauben.

Bande überfiel den Zug

"Plötzlich waren überall Rufe und das Geräusch von rennenden Füßen zu hören. Jemand zog an meiner Decke. Ich setzte mich auf und sah eine Reihe von Leuten, die vor mir standen. Sie verlangten, dass ich mein ganzes Bargeld und meine Wertsachen herausgeben solle. Es herrschte überall Verwirrung und ich schrie, dass ich ein Soldat der indischen Armee sei. Die Kriminellen zogen sich zurück und richteten ihre Aufmerksamkeit auf andere … Sie fingen an, Schmuck, Handys, Bargeld, Laptops und andere Gegenstände von den Passagieren zu stehlen", sagte Bishnu später der "Times of India".

Bishnu selbst blieb stillsitzen, nur wegen des Geldes wollte er sich nicht mit der Übermacht anlegen. Solange bis die Räuber – insgesamt waren es 40 Mann gewesen sein – ein 18-jähriges Mädchen ergriffen, ihre Bluse herunterrissen und versuchten, das verängstigte Mädchen vor den Augen ihrer Eltern zu vergewaltigen.

Kampf mit dem Haumesser 

Da sprang Bishnu auf und zog seinen Khukuri, den gekrümmten Hau-Dolch der Gurkha-Soldaten. Er verletzte den Mann, der das Mädchen vergewaltigen wollte, und schlitze ihm die Kehle auf. Den Sterbenden benutzte er als menschliches Schutzschild. In dem engen Zug tötete er drei weitere Räuber und verletzte acht schwer. Dann schossen die Räuber auf ihn. Die Kugel verfehlte ihn und doch Bishnu verlor seinen Dolch. Er wurde an der linken Hand getroffen, verlor dabei viel Blut und sackte zusammen. Durch sein Beispiel ermutigt, wehrte sich nun weitere Passagiere. Nachdem die übrigen Räuber das Blutbad gesehen hatten, das Bishnu in dem Zug angerichtet hatte, liefen sie davon. 20 Minuten hat Bishnu gegen die Übermacht gekämpft.

Er erhielt Auszeichnungen und Medaillen für seine Tapferkeit. Die Familie des Mädchens sammelte bei Verwandten umgerechnet 6000 Dollar, um ihm zu danken. Eine große Summe Geld in der ländlichen Gegend. Doch Bishnu wollte das Geld nicht nehmen. Er sagte nur: "Es war meine Pflicht als Mensch, es mit den Schlägern im Zug aufzunehmen."


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