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Hassvideo zum GDL-Streik: Youtuber will Lokführer "vergasen" lassen

Sein Unverständnis für den GDL-Streik hat ein Youtuber in einem Hass-Video ausgedrückt - vor einem Millionenpublikum aus Zwölf- bis 16-Jährigen. Er will die Lokführer in Auschwitz "vergasen" lassen.

Das fragwürdige Video hat bereits rund 220.000 Klicks

Das fragwürdige Video hat bereits rund 220.000 Klicks

Die Gewerkschaft GDL lässt nach ihrem Mega-Streik von Anfang Mai erneut die Züge stehen. Dass die Lokführer von ihrem Streikrecht Gebrauch machen, nervt viele Kunden in Deutschland.

Ein Youtuber ging derweil einen Schritt zu weit: Der Nutzer JuliensBlog nahm den neuen Streik der GDL zum Anlass, auf besonders widerliche Weise nach Klicks zu haschen.

"Hurensohnarmee" und "Untergestalten" nennt er die GDL in seinem neuen Video, das er am Dienstag auf seinem Kanal veröffentlicht hat. Nach einer pseudojournalistischen Erläuterung der Forderungen der GDL gespickt mit vulgären Schimpfworten folgt eine klare Ansage: "Vergasen sollte man diese Mistviecher", sagt der Youtuber ohne jede erkennbare Ironie. "Wisst ihr noch, wie die Juden mit Zügen nach Auschwitz transportiert wurden? Man sollte die Zugführer da hinbringen. Ich fahr auch den Zug und zwar umsonst. Und ich werde nicht einmal streiken."

Er erreicht mit seiner Hassbotschaft mehr als 1,2 Millionen Abonnenten seines Kanals. Bisher wurde das Video bereits rund 220.000-mal angesehen. Sein Publikum besteht hauptsächlich aus zwölf- bis 16-Jährigen Youtube-Nutzern. 33.000 von ihnen haben den Clip mit Daumen hoch bewertet.

"Das soll schwarzer Humor sein"

Auf Youtube ist JuliensBlog als Spalter bekannt; er polarisiert bewusst, indem er sich etwa über die Terroranschläge vom 11. September 2001 lustig macht oder den jugendlichen Anrufern bei einer Telefonseelsorge rät, sich doch einfach umzubringen.

In einer Stellungnahme rudert der Youtuber mittlerweile ein wenig zurück: "Das soll schwarzer Humor sein", schreibt er. Nichtsdestotrotz könnte er sich mit seinem Hass-Video wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten strafbar gemacht haben. Die Polizei München ermittelt aktuell gegen ihn, sagte ein Sprecher dem stern. Für weitere Stellungnahmen sei es momentan noch zu früh.

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