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Zoff um Blindenhund Airline lässt Blinden nicht mitfliegen


Der blinde Albert Rizzi will nur entspannt von Philadelphia nach New York fliegen. Doch das Flugpersonal hat Probleme mit seinem Blindenhund - und schmeißt Rizzi daraufhin aus dem Flieger.

Knapp eine Stunde dauert der 200-Kilometer-Flug von Philadelphia nach New York. Der planmäßige Ablauf: Start um 20.30 Uhr, die Landung gegen 21.30 Uhr am Long Island MacArthur Airport. Einer der Passagiere ist der blinde Albert Rizzi aus Bellport im US-Bundesstaat New York, der am vergangenen Mittwoch mit seinem Blindenhund Doxy im Flugzeug sitzt. Eigentlich kein Problem für die Fluglinie US Airways, sie wirbt im Internet damit, dass ihr Personal im Umgang mit Blindenhunden geschult sei und "behinderte Kunden mit Würde und Respekt" behandele. Damit alles reibungslos abläuft, ist Rizzi bereits eine halbe Stunde vor dem Start am Flieger. Er hält sich an die Vorschriften der Airline und setzt seinen Hund direkt in seine Nähe.

Doch der Start des Fliegers verzögerte sich um mehr als eine Stunde. Eine große Belastung für den Hund, der eingekauert zwischen Rizzis Beinen unter den Sitzen verbringen muss. Gegen 21.45 Uhr rückte die Person neben ihm zur Seite, damit der Hund mehr Platz hat. An diesem Punkt spitzt sich die Lage zu: Die Airline behauptet, der Hund wäre mit fortgeschrittener Dauer unruhig geworden und sei den Gang auf- und abgerannt. Deshalb habe ein Flugbegleiter Rizzi freundlich darauf hingewiesen, dass er seinen Hund unter Kontrolle halten müsse. Rizzi sei daraufhin ausfallend geworden, sodass der Pilot die Maschine zum Gate zurückfuhr und beide aus dem Flugzeug eskortiert wurden.

Ärger um den Hund

Rizzi dagegen behauptet, sein Hund sei niemals den Gang entlanggerannt und er hätte schon zum zweiten Mal Probleme mit US Airways wegen Doxy gehabt. Frank Ohlhorst, ein weiterer Passagier, widerspricht ebenfalls den Schilderungen der Airline und erklärt dem US-Sender "NBC", dass Rizzi nicht auf Konfrontation aus war. "Als wir bemerkten, was passierte, waren wir aufgebracht und fragten uns: 'Warum passiert das hier? Es ist kein Problem. Was geht hier vor?'" Laut US Airways sollen auch andere Passagiere streitsüchtig geworden sein. "Wir erhoben alle unsere Stimmen und sagten, dass die Reaktion das wirkliche Problem sei."

Der Airline zufolge löste der Tumult bei der Besatzung ernste Sicherheitsbedenken aus, später wurde der Flug annulliert. US Airways bot daraufhin den Passagieren an, mit dem Bus von Philadelphia ins 200 Kilometer entfernte Islip, New York, zu fahren.

"Ich fühle mich so überwältigt"

Rizzi bleibt keine andere Wahl, also nimmt er das Angebot an. Einige Passagiere beschließen, nicht auf den nächsten Flieger zu warten und den blinden Passagier stattdessen auf seiner Reise zu begleiten. "Diese Menschen fahren mit einem Bus dreieinhalb Stunden von Philadelphia", sagte Rizzi "ABC". "Sie hätten im Flugzeug bleiben können, aber sie haben beschlossen, es nicht zu tun. Ich fühle mich so überwältigt und bin dankbar."

US Airways hat angekündigt, den Vorfall zu untersuchen. In einer Presseerklärung heißt es: "Wir entschuldigen uns bei den Passagieren für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

cf

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