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Zu klein als Pilotin: Bewerberin fordert Entschädigung wegen Diskriminiserung

Eine junge Frau sieht sich von der Lufthansa wegen ihrer Körpergröße diskriminiert - und klagt. Das Arbeitsgericht Köln gibt ihr Recht - lehnt aber die Entschädigung in sechsstelliger Höhe ab.

Die Klägerin sieht sich auf Grund ihrer Körpergröße diskriminiert

Die Klägerin sieht sich auf Grund ihrer Körpergröße diskriminiert

Eine junge Frau verlangt vor Gericht von der Lufthansa eine Entschädigung wegen Diskriminierung aufgrund ihrer Körpergröße.

Obwohl sie alle Tests für eine Pilotenausbildung bestanden hatte, wurde sie abgelehnt. Begründung: Mit einer Körpergröße von 161,5 Zentimetern sei sie 3,5 Zentimeter zu klein.

Die Klägerin vertritt die Ansicht, dass sie dadurch als Frau diskriminiert wird, weil Frauen im Durchschnitt nun mal kleiner sind als Männer. Die Lufthansa hält dagegen, dass die aktuell geltende Mindestgröße von 1,65 Metern erforderlich sei, um das Flugzeug sicher zu steuern. Am Mittwoch wird der Fall in zweiter Instanz vor dem Landesarbeitsgericht Köln verhandelt.

Tatsächlich hatte das Arbeitsgericht Köln in erster Instanz im vergangenen Jahr entschieden, dass die Festlegung einer Mindestgröße von 1,65 Metern für Pilotinnen durchaus diskriminierend ist.

Die Klage der Frau auf Entschädigung in Höhe von 135.000 Euro wurde dennoch abgewiesen. Das Gericht argumentierte, dass die Frau durch die Diskriminierung keinen in Geld messbaren Schaden erfahren habe. Eine Entschädigung könne sie nicht verlangen, weil keine grobe Fahrlässigkeit der Lufthansa vorliege. Dagegen ging die Klägerin in Berufung.

jen/DPA / DPA