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Afghanistan: Entführter Journalist wieder frei

Der im Osten Afghanistans entführte Journalist ist wieder frei. Das bestätigte der Gouverneur der Provinz Kunar. Wie sich am Nachmittag herausstellte, handelt es sich nicht um einen Reporter des stern, sondern um einen Dänen afghanischer Abstammung.

Der im Osten Afghanistan entführte Journalist ist wieder frei. Das bestätigte der Gouverneur der Provinz Kunar, Shalezai Dedar. Bei dem Freigelassenen handelt es sich um einen Dänen afghanischer Abstammung. Zunächst war vermutet worden, ein Reporter des stern sei entführt worden. Christoph Reuter, der seit 2002 für den stern über den Irak und Afghanistan schreibt und beide Länder mehrfach bereist hat, war zu einem Urlaub nach Afghanistan aufgebrochen und zunächst nicht zu erreichen. Um 15.01 Uhr meldete er sich per SMS in der Redaktion: "War nie an dem Ort, bin nicht entführt worden."

Der Entführte und sein Übersetzer waren am Dienstag im Dorf Sangar im Distrikt Wadapur eingeladen worden, in einem Privathaus zu übernachten. Zu der Gruppe gehörte offenbar auch ein afghanischer Fahrer. Gegen 1 Uhr nachts hätten Rebellen die Männer verschleppt, hieß es. Angeblich waren Sicherheitskräfte in die abgelegene Gegend entsandt worden, um die Lage zu sondieren.

Umkämpfte Region

Die Region war vor drei Wochen Schauplatz heftiger Gefechte. Bei einem Bombardement der NATO-geführten Schutztruppe ISAF starben neben zahlreichen Rebellen auch 27 Zivilisten in Sangar. Die Verluste hatten zu heftigen Protesten in der Bevölkerung geführt.

Kunar ist eine der gefährlichsten Provinzen in Afghanistan. Taliban und al-Kaida-Anhänger nutzen das unübersichtliche, bergige Land als Versteck. Mehrfach wurde vermutet, dass auch Osama bin Laden hier Unterschlupf gefunden hat. Die US-Truppen bezeichnen die Provinz als "Enemy Central" (Feindzentrale). Kunar grenzt an Pakistan, das Taliban-Kämpfer als Rückzugsort nutzen, die Grenze ist praktisch unkontrollierbar.

In Afghanistan ist derzeit ein deutscher Ingenieur in der Gewalt von Entführern.

DPA/Reuters/lk / DPA / Reuters
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