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Afghanistan: Mehr als 100 Tote bei Kämpfen in Herat

Bei den schweren Kämpfen in der westafghanischen Stadt Herat sollen mehr als 100 Menschen getötet worden sein. Zu den Unruhen war es nach dem Mord an Luftfahrtminister Mirwais Sadeq gekommen.

Bei den schweren Kämpfen in der westafghanischen Stadt Herat sind mehr als 100 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Das sagte ein hochrangierter afghanischer Armeeoffizier, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Montag in Kabul. Zu den Unruhen in Herat war es nach dem Mord an dem afghanischen Luftfahrtminister Mirwais Sadeq gekommen. Sadeq war am Sonntag bei einem Raketenangriff getötet worden.

Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte, die Lage in Herat habe sich unterdessen wieder beruhigt. Rund 1500 afghanische Soldaten seien zur Verstärkung nach Herat unterwegs.

Sadeq war der Sohn des mächtigen Kriegsherrn und Gouverneurs von Herat, Ismail Khan. Auf Khan war erst am Sonntagmorgen ein Anschlag verübt worden. Der Gouverneur war unverletzt geblieben.

Sadeq war der dritte afghanische Minister, der seit dem Sturz des radikalislamischen Taliban-Regimes Ende 2001 einem Attentat zum Opfer fiel. Sein Vorgänger im Amt, Abdul Rahman, wurde Anfang 2002 am Flughafen von Kabul getötet. Der afghanische Vizepräsident Haji Qadir war zuvor vor seinem Amtssitz in Kabul erschossen worden.

DPA / DPA
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