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Auseinandersetzungen in Kiew: Erneut Tote bei Straßenschlachten

In Kiew kommt es trotz des vereinbarten Gewaltverzichts zu brutalen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Regierungsgegnern. Augenzeugen berichten von mehreren Toten auf dem Maidan.

Trotz eines vereinbarten Gewaltverzichts haben sich ukrainische Polizei und Demonstranten in Kiew neue Auseinandersetzungen geliefert. Protestierer warfen auch Feuerwerkskörper und Brandsätze auf die Sicherheitskräfte, die Tränengas abfeuerten. Bei den Schlachten hat es offenbar erneut Tote gegeben, wie mehrere Medien berichten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters haben Augenzeugen zehn, teils mt Tüchern abgedeckte, Leichen auf dem Maidan liegen sehen.

Präsident Viktor Janukowitsch und die Anführer der Oppositionsparteien im Parlament - Arseni Jazenjuk, Vitali Klitschko und Oleg Tjagnibok - hatten am Vorabend überraschend einen Gewaltverzicht und neue Verhandlungen über einen Ausweg aus dem monatelangen Machtkampf verkündet.

Am Donnerstag landeten Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und seine Kollegen aus Frankreich und Polen zu Krisengesprächen in der Hauptstadt. Steinmeier appellierte an beide Seiten, "eine Atempause einzulegen und die Gewalt herunterzufahren". Bisher kamen bei den brutalen Straßenschlachten mindestens 28 Menschen ums Leben, mehr mal 1000 wurden verletzt.

she/DPA/Reuters / DPA / Reuters