AUSLAND Senat billigt Sterbehilfegesetz


Die Niederlande ist das erste Land weltweit, in dem Sterbehilfe offiziell erlaubt ist. Der Senat billigte das Gesetz mit klarer Mehrheit.

Der niederländische Senat hat am Dienstagabend erwartungsgemäß mit klarer Mehrheit das Gesetz über die Legalisierung der Sterbehilfe gebilligt. Für das Gesetz stimmten 46 der aus 75 Senatsmitgliedern bestehenden Kammer, 28 entschieden sich dagegen. Ein Vertreter war abwesend. Das Gesetz war vom Abgeordnetenhaus in Den Haag bereits im November verabschiedet worden. Damit sind die Niederlande das erste Land der Welt, in dem die aktive Sterbehilfe zulässig wird. Bislang wurde die Euthanasie in einer rechtlichen Grauzone praktiziert, beteiligte Ärzte mussten mit einer Mordanklage rechnen.

Das nun zur Unterzeichung durch Königin Beatrix anstehende Gesetz legt strenge Kriterien für eine aktive Sterbehilfe fest. Die Patienten müssen aus freien Stücken und wohlüberlegt ihren Sterbewunsch äußern. Es muss eine enge Arzt- Patienten-Beziehung bestehen. Der behandelnde Arzt muss zudem zur Überzeugung kommen, dass es keine medizinische Alternative zur Sterbehilfe gibt und dem Patienten damit Leiden erspart werden. Zudem muss er einen weiteren Arzt hinzuziehen. Das Leben des Kranken muss dem Gesetz nach in einer »medizinisch angemessenen Weise« beendet werden.

Empörung über Gesetzesentscheid

Gegen das Gesetz hatten vor allem Kirchen und religiöse Gruppen mobil gemacht. Das Gesetz verstoße gegen die Menschenwürde und bringe die Ärzte in Gewissensnöte, hatte der Vatikan erklärt. Kein von Menschen gemachtes Gesetz könne die Zerstörung des Lebens rechtfertigen. Mit seiner Entscheidung richte sich das niederländische Parlament gegen Tausende Jahre europäischer Zivilisation und trete die Würde des Menschen mit Füßen. Vor dem niederländischen Senat hatten rund 3000 Demonstranten gegen das Gesetz demonstriert.

Nach Ansicht von Experten könnte die niederländische Entscheidung Vorbildcharakter für andere Länder haben.


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