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Bombenanschlag in Kairo: Polizei nimmt fünf Verdächtige fest

Nach dem Attentat auf Urlauber in Kairo, bei dem eine junge Französin getötet wurde, hat die Polizei fünf Verdächtige festgenommen. Es handele sich um drei Männer und zwei Frauen, hieß es aus Sicherheitskreisen. Ein verletzter Deutscher konnte derweil das Krankenhaus verlassen.

Nach dem Anschlag auf westliche Touristen in Kairo hat die Polizei fünf mutmaßliche Terroristen festgenommen: Drei Männer und zwei Frauen. Aus Sicherheitskreisen in der ägyptischen Hauptstadt verlautete am Montag, man habe die Haupttäter gefasst, fahnde aber noch nach mehreren Hintermännern, die der Polizei namentlich bekannt seien. Von den insgesamt 25 Verletzten, darunter zahlreiche Franzosen, konnten nach Angaben von Ärzten inzwischen 20 das Krankenhaus wieder verlassen. Zu ihnen zählte auch ein 56 Jahre alter Deutscher aus Hessen.

Eine 17 Jahre alte Französin aus dem Pariser Vorort Levallois, die mit einer Jugendgruppe unterwegs war, kam durch den Sprengsatz, der am Sonntagabend im Chan al-Chalili-Basar explodiert war, ums Leben. Hinweise auf mögliche Kontakte der mutmaßlichen Angreifer zu internationalen Terrorgruppen gibt es bislang nicht.

Mehrere Augenzeugen berichteten Reportern, die Bombe sei in einer schwarzen Plastiktüte aus einem Fenster im 4. Stockwerk einer angrenzenden Pension geworfen worden. Aus dem Gebäude seien direkt nach der Explosion zwei Männer gerannt, von denen einer ein langes ägyptisches Gewand getragen habe.

Laut Polizei war der Sprengstoff aus Schwarzpulver und Nägeln hergestellt worden. Das Innenministerium widersprach am Montag erneut der Version der Augenzeugen, wonach die Bombe von oben auf die Touristen geworfen worden sei. Nach offizieller Darstellung war der Sprengsatz unter einer Sitzgelegenheit aus Stein versteckt worden. Eine zweite Bombe, die den Angaben zufolge in der Nähe platziert wurde, soll von der Polizei entschärft worden sein.

Die Nato verurteilte den "feigen und sinnlosen Anschlag" am Montag. Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte in Brüssel, das Bündnis werde seine Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus mit Ägypten und den anderen Mittelmeeranrainerstaaten fortsetzen.

Der Anschlag erinnerte an eine Terrorserie in Kairo im April 2005. Damals hatte sich in demselben Basar zuerst ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, der drei Ausländer mit in den Tod riss. Gut drei Wochen später verletzte ein weiterer Selbstmordattentäter, der sich von einer Brücke stürzte, ein israelisches Paar, einen Schweden, eine Italienerin und drei Ägypter. Am selben Tag schossen damals zwei Mitverschwörerinnen auf einen Touristenbus, verletzten jedoch niemanden.

DPA/AP / AP / DPA
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