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Meinung

Versehentlicher Abschuss: Der Iran entlarvt sein Lügenkonstrukt und verliert damit doppelt

Tagelang leugnete Teheran, das ukrainische Passagierflugzeug versehentlich abgeschossen zu haben – und zwar vehement. Dann musste die Regierung es doch eingestehen. Was tief blicken lässt.

Neue Aufnahmen zeigen offenbar den Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran.

Rund drei Tage hielt das Lügenkonstrukt, dann musste man selbst in Teheran einsehen: Das glaubt uns keiner mehr. Am frühen Samstagmorgen gab die iranische Regierung zu, was zuvor zahlreiche Länder öffentlich vermutet hatten: Der ukrainische Passagierjet über Teheran wurde versehentlich von einer Abwehrrakete getroffen und so zum Absturz gebracht. 176 Tote, weil man das Flugzeug für eine US-Drohne hielt.

Diese rund drei Tage bis zum unvermeidbaren Eingeständnis sind nun im Rückblick sehr aufschlussreich. 

Mittwochmorgen, nur wenige Stunden nach dem Beschuss eines US-Stützpunktes im Irak, ratterten die ersten Meldungen über ein abgestürztes Flugzeug in Teheran über die Agenturen. Quasi mit den ersten ausführlichen Berichten lieferten die Iraner bereits eine angebliche Ursache: Ein "technischer Defekt" habe die Maschine zum Absturz gebracht. Eine Lüge, kein Irrtum. Denn natürlich wussten die Iraner da bereits, was sie angerichtet hatten.

Es ist ein klassisches Propaganda-Mittel. Damit die Menschen anzweifeln, was wirklich passiert ist, braucht man eine Gegenversion, eine alternative "Wahrheit", die man ihnen präsentieren kann. Es geht darum, Zweifel zu säen.

"Dieses Flugzeug ist nicht von Rakete getroffen worden"

Für manch einen wird es im Rückblick nun auch schlicht richtig peinlich. Ali Abedsadeh zum Beispiel, Chef der iranischen Luftfahrbehörde. Der behauptete noch am Freitag: "Eine Sache ist sicher: Dieses Flugzeug ist nicht von einer Rakete getroffen worden." Diese These sei "wissenschaftlich nicht haltbar", so Abedsadeh. Schließlich hätte das Flugzeug dann nicht weiterfliegen können. Auch die Trümmer sprächen klar dagegen. Nur wenige Stunden später drehte sich die offizielle Version aus Teheran um 180 Grad. Der Kommandeur der Luft- und Weltraumabteilung der Revolutionsgarde, Amir Ali Hadschisadeh, übernahm am Samstag die volle Verantwortung für den Abschuss. "Als ich davon erfahren habe, wünschte ich mir, lieber selbst tot zu sein, statt Zeuge dieses Unglücks", sagte er.

Video: USA und Iran planten offenbar weitere Angriffe gegeneinander

Es ist vor allem die Vehemenz, mit der der Iran zunächst gegen die Anschuldigungen vorgegangen war, die tief blicken lässt. Aus iranischen Diplomatenkreisen waren sogar Verschwörungstheorien zu hören, die Beschuldigungen würden lediglich dem Zweck dienen, von der Ermordung von General Soleimani abzulenken.

Die iranische Regierung hat sich selbst entlarvt. Sie hat offen und sogar für den letzten Sympathisanten unwiderlegbar gezeigt, dass sie bereit ist zu lügen und zu täuschen, um die eigene Haut zu retten. Das Eingeständnis kam erst, als der Druck und die Beweislast zu groß wurde. Handyvideos des Vorfalles hatten bereits das Land verlassen. Hätte sich dieser Vorfall vor 20 oder 30 Jahren zugetragen: Vermutlich hätten die Iraner niemals ihre Schuld zugegeben.

Wie sich Teheran doppelt verpokert

Teheran hat sich damit gleich in zweifacher Hinsicht verpokert. Zum einen untergraben die tagelangen Lügen die ohnehin schon löchrige Glaubwürdigkeit nach außen. Selbst die größten Westen-Skeptiker werden künftig Schwierigkeiten haben, Teherans Version zu was auch immer zu verteidigen.

General Amir Ali Hajizadeh in Teheran

Zum anderen ist der zusammenschweißende Effekt der Ermordung Soleimanis wieder dahin. Dass die eigene Regierung ein Flugzeug abschießt, in dem zum Großteil Iraner und iranischstämmige Menschen sitzen, ist auch innenpolitisch ein Totaldesaster. Gerade erst stand das Volk zusammen gegen den Feind von außen, nachdem es wochenlang Proteste im Land gegeben hatte. Nach dem Eingeständnis gingen am Samstagabend nun erneut Menschen auf die Straße. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Bilder, die die Regierung nicht gebrauchen kann. Und vor allem Bilder, die es dem US-Präsidenten Donald Trump erlauben, sich als großer Freund des iranischen Volkes aufzuspielen. Der twitterte nämlich am Wochenende Nachrichten an die Menschen im Iran, auch auf Farsi. "An das mutige und seit langem leidende iranische Volk: Ich war auf eurer Seite seit dem Beginn meiner Präsidentschaft, und meine Regierung wird weiterhin auf eurer Seite sein", schrieb Trump. "Wir beobachten eure Proteste genau und sind von eurem Mut inspiriert."

Wie sehr sich die iranische Führung damit geschadet hat, werden womöglich die kommenden Parlamentswahlen zeigen. Die stehen nämlich bereits im Februar an.

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Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?