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Auftritt vor jüdischen Republikanern: Trump verwirrt US-Juden mit einer Rede, weil er sie für Israelis hält

Donald Trump scheint manchmal nicht zu wissen, zu wem er spricht. Diesen Eindruck hinterließ er zumindest während einer Rede in Las Vegas vor jüdischen US-Republikanern.

Donald Trump während seiner Rede in Las Vegas

Donald Trump während seiner Rede in Las Vegas

Getty Images

Donald Trump hat in einer Rede vor der Vereinigung Jüdischer Republikaner in Las Vegas gesagt, dass Benjamin Netanjahu "ihr Premierminister" sei - und damit die Mitglieder seiner Partei als israelische Staatsbürger angeredet. Ob die Verwechslung Absicht oder Verwirrung war, lässt sich nicht sagen. Auch andere Passagen der Rede waren inhaltlich irritierend.

Grundsätzlich wurde der US-Präsident sehr freundlich auf der Konferenz empfangen. Die republikanischen Juden unterstützen Trumps Nahost-Politik voll und ganz - die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, die Anerkennung der Golan-Höhen, die Kündigung des Iran-Abkommens und das Streichen finanzieller Unterstützung für die Palästinenser finden unter konservativen Juden in den USA großen Anklang. In allen Redebeiträgen hoben sie lobend diese Punkte und die Hilfe für den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu dankend hervor.

Donald Trump sprach von "Ihrem Premierminister" Netanjahu

Als Trump dann in seiner Rede auf die angeblichen Erfolge seiner Israel-Politik zu sprechen kam, sagte er unter anderem: "Ich stand mit Ihrem Premierminister im Weißen Haus, um die Souveränität Israels über die Golanhöhen anzuerkennen."

Irritierend waren auch Äußerungen, in denen Trump den US-Juden allgemein vorwarf, dass sie die Demokraten und Barack Obama unterstützt hätten. Das ist zwar insofern korrekt als eine große Mehrheit der amerikanischen Juden zu den Demokraten hält, aber davon waren auf dem Treffen ja gar keine anwesend: "Wie haben Sie Präsident Obama unterstützen können, wie haben Sie die Demokraten unterstützen können?", fragte Trump in die Runde. Daraufhin sollen einige Zuhörer geantwortet haben: "Haben wir nicht".

Kritik an dem Auftritt kam prompt vom American Jewish Committee, dass dem Präsidenten vorwarf "Vorurteile zu füttern".

Trump gegen Biden

Quellen: "Sky News", "Haaretz"

tis