Ende der Waffenruhe Israel beschießt Gazastreifen


Nach neun Monaten hat die radikal-islamische Hamas die Waffenruhe mit Israel beendet. Israel hat darauf nun mit Angriffen auf den Gazastreifen reagiert.

Die israelische Luftwaffe hat am Montag Angriffe gegen mutmaßliche Stützpunkte palästinensischer Extremisten im Gazastreifen geflogen. Ziel war unter anderem ein Gebäude nahe der Stadt Chan Junis, wie die Streitkräfte mitteilten. Dort habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs am frühen Morgen niemand aufgehalten.

Auch von palästinensischer Seite gab es zunächst keine Berichte über Verletzte. Beschossen wurden auch sieben Straßen, die meisten davon im Norden des Gazastreifens. Israel hat dort in der vergangenen Woche ein Grenzgebiet zur Pufferzone erklärt, um Raketenangriffe auf israelisches Territorium zu verhindern. Palästinensern ist der Zutritt zu der Sicherheitszone verboten, was von Seiten der Autonomiebehörde als einseitiger Schritt scharf verurteilt wurde.

Die radikal-islamische Hamas-Bewegung hatte am Sonntag nach Ablauf einer rund neunmonatigen Waffenruhe neue Anschläge gegen Israel angekündigt. Der militärische Arm der Organisation, Issedin al Kassam, verbreitete im Gazastreifen ein Flugblatt, in dem es "Rache für die zionistischen Verbrechen gegen unser Volk während der Waffenruhe" ankündigte.

Nach Angaben eines ranghohen israelischen Geheimdienstbeamten haben die Palästinenser zahlreiche Waffen in das Autonomiegebiet eingeschmuggelt. Darunter befänden sich auch einige Flugabwehrraketen sowie 305 Panzerabwehrgeschosse, sagte Gideon Esra im israelischen Rundfunk. Die Raketen seien in den Gazastreifen gelangt, weil unmittelbar nach dem israelischen Abzug der Grenzübergang Rafah nach Ägypten weit offen gestanden und dort Chaos geherrscht habe. Israel müsse jetzt unbedingt sicherstellen, dass diese Waffen nicht ins Westjordanland gelangten, betonte Esra. Dem israelischen Geheimdienst zufolge wurden ferner tausende Schusswaffen sowie mehrere Tonnen Sprengstoff in den Gazastreifen geschmuggelt.

Unterdessen hatten Bewaffnete weiter Chaos im Gaza-Streifen verbreitet. Ein am Neujahrsmorgen in Chan Junis entführter Italiener wurde nach wenigen Stunden durch ein Eingreifen der Palästinenserpolizei befreit. In der Neujahrsnacht sprengten Bewaffnete in der Stadt Gaza aus Protest gegen das Ausschenken von Alkohol einen Club der Vereinten Nationen in die Luft.

AP/DPA AP DPA

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