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FESTNAHME: Taliban nehmen britische Reporterin fest

Eine britische Reporterin der Zeitung »Sunday Express« ist nach einer Meldung der Afghanischen Islamischen Presse (AIP) im afghanischen Bezirk Daur Baba festgenommen worden

Reporterin illegal ohne Pass eingereist

Eine britische Reporterin der Zeitung »Sunday Express« ist nach einer Meldung der Afghanischen Islamischen Presse (AIP) vom Samstag im afghanischen Bezirk Daur Baba festgenommen worden. Unter Berufung auf einen Behörden- Vertreter in Dschalalabad sei die Reporterin ohne Pass und illegal aus Pakistan nach Afghanistan eingereist. Zusammen mit der 41-jährigen Yvonne Ridley seien auch ihre beiden afghanischen Reiseführer festgenommen worden. Die Journalistin, die der strengen Kleiderordnung der Taliban entsprechend verschleiert war, sei dem Geheimdienst zum Verhör überstellt worden. Ein Taliban-Vertreter sagte AIP, die Journalistin werde entsprechend den Gesetzen des Landes behandelt.

Erfahrene Kriegsreporterin

Die Taliban-Regierung hatte alle Ausländer zum Verlassen des Landes aufgefordert. Die Organisation »Reporter ohne Grenzen« (RSF) teilte aus Paris mit, der Chefredakteur des »Sunday Express«, Jim Murray, habe bestätigt, das Ridley am 26. September mit zwei Guides, einer davon ein Fahrer, die Grenze nach Afghanistan überquert habe. Die Zeitung habe Ridley als erfahrene Kriegsreporterin beschrieben. RFS-Generalsekretär Robert Menard kritisierte die Festnahme und erklärte, die Reporterin nehme lediglich ihr Recht wahr, die Öffentlichkeit über die Lage in Afghanistan zu unterrichten.

Prozess gegen Shelter-Now-Mitarbeiter wird fortgesetzt

Ein pakistanischer Anwalt hat in Kabul die seit August inhaftierten Shelter-Now-Mitarbeiter besucht. Atif Ali Khan sagte der Nachrichtenagentur AP, alle acht der von der afghanischen Justiz der christlichen Missionierung beschuldigten Ausländer - darunter vier Deutsche - hätten ihn als Verteidiger akzeptiert. Sie seien zur Fortsetzung ihres Prozesses im Laufe des Tages bereit. Khan sagte weiter, er habe einer amerikanischen Angeklagten, Heather Mercer, Asthma-Medikamente gebracht. Der Prozess gegen die Mitarbeiter der christlichen Hilfsorganisation war nach den Anschlägen vom 11. September unterbrochen worden. Die Angeklagten haben erklärt, sie seien in Afghanistan, um den Armen zu helfen, nicht um sie zum Christentum zu bekehren. Missionierung ist im strikt islamischen Afghanistan ein Straftatbestand. Die Strafen reichen für Ausländer von der Ausweisung über Haft bis zur Todesstrafe.