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Debatte um Waffengesetze: US-Politikerin über Amoklauf-Überlebende: Von "Kindern" lasse ich mir nichts sagen

Florida hat seine Waffengesetze sanft verschärft. In der vorherigen Diskussion darüber im Parlament sorgte ein Politikerin für reichlich Empörung. Sie nannte die Überlebenden des jüngsten Massakers, die für schärfere Gesetze kämpfen, "Kinder", denen es an "Weisheit" mangle.

Sollen in Florida künftig erst an Personen verkauft werden, die mindestens 21 Jahre alt sind: halbautomatische Sturmgewehre

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AFP

Inmitten der Debatte in den USA um schärfere Waffengesetze hat eine Politikerin aus Florida für Empörung gesorgt. Seit dem jüngsten Amoklauf kämpfen viele der überlebenden Schüler der Parkland-Highschool für strengere Kontrollen beim Verkauf von Schusswaffen. Sie organisieren sich in sozialen Netzwerken, veranstalten Protestmärsche, werden in Talkshows eingeladen. Erstmals scheint eine Verschärfung der Waffengesetze tatsächlich möglich. Mehrere große Firmen distanzierten sich unter dem Druck der Bewegung von der mächtigen US-Waffenlobby NRA (National Rifle Association).

Eben diese jungen engagierten Menschen wurden nun von der Florida-Politikerin Elizabeth Porter als "Kinder" verunglimpft, von denen sie sich nicht sagen lasse, wie man Gesetze zu machen hat. "Uns wird gesagt, wir sollten auf die Kinder hören und machen, was die Kinder fordern", sagte Porter unter der Woche während der Debatte um eine sanfte Verschärfung des Waffengesetzes in Florida, die nur für den Bundesstaat gelten soll.


"Sind hier irgendwo Kinder in diesem Haus? Sind hier irgendwo Kinder, die Gesetze machen?", sprach sie sichtlich echauffiert weiter. "Erlauben wir Kindern, uns zu sagen, wir sollen ein Gesetz machen, das besagt: keine Hausaufgaben mehr? Oder dass man mit zwölf Jahren die Highschool beendet, nur weil sie es eben so wollen? Nein!", sagte Porter und hatte auch gleich die Erklärung parat: "Erwachsene machen Gesetze, weil wir das Alter dafür haben. Wir haben die Weisheit und wir haben die Erfahrung, um Gesetze zu machen. Wir müssen sie mit unseren Köpfen machen, nicht mit unseren Emotionen."

Elizabeth Porter hat 100%-Bewertung der NRA

Die Aussagen sorgten bei den bekannten Gesichtern der "#NeverAgain"-Bewegung für deftige Reaktionen: "Tut mir leid, dass Sie denken, wir wollen Gesetze, die uns beschützen, 'nur weil uns gerade danach ist'", twitterte Emma González. "So lange die NRA denen weiter fette Schecks ausschreibt, sind wir nur weinerliche Blagen", schrieb Cameron Kasky. Politikerin Porter hatte 2017 laut "votesmart.org" eine 100%-Bewertung von der NRA erhalten. Die Waffenlobby bewertet Politiker und unterstützt deren Kampagnen entsprechend.

Delaney Tarr schrieb auf Twitter, sie würde "ehrlich gesagt sehr gerne aktuell etwas Einfaches wie Hausaufgaben machen". Allerdings würden sie Politiker dazu zwingen, "zu versuchen, ein kaputtes System zu reparieren, damit Kinder sicher zur Schule gehen können". Ein anderer Twitter-Nutzer kommentierte: "Die 'Kinder', die mitansehen mussten, wie ihre Klassenkameraden ermordet wurden, die 'Kinder', die hören mussten, wie ein AR-15 in Schulgängen klingt, die 'Kinder', die zu viele Beerdigungen besuchen mussten, sind Bürger der USA. Wir haben jedes Recht, unsere Meinung zu Gesetzen zu sagen."

Einen Tag nach der Debatte im Parlament verabschiedete Florida das neue, leicht verschärfte Waffengesetz. Das Mindestalter für den Kauf von Schusswaffen wurde auf 21 Jahre angehoben. Zudem sollen einige Mitarbeiter an Schulen und bestimmte Lehrer künftig zu Abschreckungs- und Verteidigungszwecken bewaffnet werden dürfen. Die NRA reichte dagegen Klage ein. 

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