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Gabriel Sterling Georgias Wahlleiter erhebt in TV-Interview schwere Vorwürfe gegen Trump und sein Team

Der Wahlleiter des US-Bundesstaates Georgia, Gabriel Sterling, hat in einem TV-Interview die Wahlbetrugsvorwürfe von US-Präsident Donald Trump als "wunderlich" bezeichnet. Trumps Anwalt Rudy Giuliani nannte er einen Lügner.

Gabriel Sterling ist Wahlleiter im US-Bundesstaat Georgia, außerdem langjähriger Republikaner und Trump-Wähler. Trotzdem hat er sich in den vergangenen Wochen bereits deutlich gegen den noch amtierenden Präsidenten positioniert und dessen Vorwürfe des Wahlbetrugs ins Reich der Fabeln verwiesen. Jetzt hat Sterling im TV-Interview mit dem Nachrichtenmagazin "60 Minutes" noch einmal nachgelegt.

Dabei warf er Trumps Anwalt Rudy Giuliani explizit vor, gelogen zu haben. Giuliani hatte zuvor mehreren Senatoren ein Video als vermeintlichen Beweis für Wahlbetrug präsentiert, dieser Clip sei jedoch nachträglich und ohne Berücksichtigung der kompletten Aufnahme zusammengeschnitten worden.

Gabriel Sterling: Trumps Theorien "wunderlich und unbegründet"

Giuliani hatte behauptet, dass in dem Video zu sehen sei, wie Behälter mit Stimmzetteln von Mitarbeitern eines Wahlbüros unter einem Tisch hervorgeholt und den auszuzählenden Zetteln hinzugefügt würden.

Tatsächlich jedoch handele es sich laut Sterling um Behälter mit ungezählten Stimmzetteln, die zuvor für die Nacht unter dem Tisch verstaut worden waren, bevor kurzfristig entschieden worden sei, mit der Zählung fortzufahren.

Laut Sterling hätte Trumps Team die ganze Zeit Zugang zum kompletten Video gehabt, auf dem dieser Vorgang auch dokumentiert sei. Giuliani habe sich allerdings offenbar dazu entschlossen, den Senatoren nur die gekürzte Version zu zeigen, in der die Zettel unter dem Tisch hervorgeholt werden: "Rudy Giuliani hat ihnen in die Augen geschaut und gelogen", so Sterling.

In einem anderen Interview mit "60 Minutes" hatte zuvor bereits Georgias Innenminister Brad Raffensperger entsprechende Vorwürfe gegen den Ex-Bürgermeister von New York erhoben: "Rudy Giuliani weiß, dass nicht wahr ist, was er sagt."

Sterling bezog bei "60 Minutes" unterdessen ebenso deutlich Stellung gegen Trump persönlich: Dessen Wahlbetrugstheorien seien "wunderlich" und "unbegründet" und es würde ihnen an "jeglicher faktenbasierten Realität" mangeln.

tim

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