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Gaza-Streifen: Israel zerstört seine Synagogen

Israel will den Abzug aus dem Gazastreifen drei Tage früher als geplant abschließen. Militäreinrichtungen und Synagogen werden bereits zerstört.

Nach der Räumung der jüdischen Siedlungen im Gazastreifen hat Israel mit dem Abbau seiner Militäranlagen begonnen. Gebäude des Verbindungsbüros zu den Palästinensern an der Nordgrenze des Palästinensergebiets sind gesprengt worden, wie eine Militärsprecherin bestätigt. Die Explosionen waren weithin zu hören und versetzten die Bewohner der nahe gelegenen israelischen Stadt Sderot zunächst in Schrecken. In der Vergangenheit hatten militante Palästinenser wiederholt Raketen auf die Stadt abgefeuert.

Unterdessen erinnerte der amerikanische Botschafter in Tel Aviv, Daniel Kurtzer, daran, dass die USA von Israel auch die Räumung der ohne Genehmigung errichteten Siedlungsaußenposten im Westjordanland erwarteten. Das habe Dov Weisglass, der Berater von Ministerpräsident Ariel Scharon, vor fast anderthalb Jahren der damaligen US-Sicherheitsberaterin und heutigen Außenministerin Condoleezza Rice schriftlich zugesichert. Kurtzer, dessen Amtszeit nächste Woche endet, fügte im israelischen Rundfunk jedoch hinzu, Washington "setzt Israel nicht die Pistole auf die Brust".

Montag ist Stichtag für den Abzug

Israel will den Abzug aus dem Gazastreifen drei Tage früher als geplant abschließen, wie Verteidigungsminister Schaul Mofas bestätigte. Bis Montag würden alle israelischen Soldaten das Gebiet verlassen haben, sagt Mofas. Ursprünglich sollte der Abzug bis zum 15. September dauern.

Nun werden noch die Synagogen zerstört. Das Oberste Gericht Israels hat am Donnerstag die letzte Hürde für den Abzug aus dem Gaza-Streifen aus dem Weg geräumt.

Das Gericht wies eine Klage führender Rabbiner gegen den geplanten Abriss von 25 Synagogen in den im August geräumten Siedlungen im Gaza-Streifen zurück. Die Rabbiner hatten argumentiert, das Glaubensgesetz verbiete es Juden, Gotteshäuser zu zerstören. Es fordere, diese auch auf die Gefahr hin zu erhalten, dass sie geschändet werden.

DPA / DPA