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Irak: US-Soldaten wegen Mordes angeklagt

Das US-Militär hat drei seiner Soldaten wegen Mordes an drei Gefangenen im Irak angeklagt. Falls die Soldaten für schuldig befunden werden, droht ihnen nach US-Militärgesetz die Todesstrafe.

Drei US-Soldaten sind im Zusammenhang mit dem Tod von drei irakischen Gefangenen wegen Mordes angeklagt worden. Das teilte das US-Militär in Tikrit (Irak) mit. Danach wird den drei Amerikanern - einem Unteroffizier und zwei Soldaten mit Mannschaftsdienstgraden - auch versuchter Mord, Verschwörung, Bedrohung und Rechtsbehinderung angelastet.

Sie sollen die Gefangenen am 9. Mai nördlich von Bagdad erschossen haben und danach einem ihrer Kameraden mit dem Tod gedroht haben, sollte dieser den wahren Hergang weitererzählen. Falls die Soldaten für schuldig befunden werden, droht ihnen nach US-Militärgesetz die Todesstrafe. Die Angeklagten, die der 101. Luftlandedivision angehören, befänden sich zur Zeit in Untersuchungshaft.

Militärprozess wird geprüft

Wie der US-Sender CNN unter Berufung auf Pentagon-Quellen ergänzend berichtete, waren die drei Iraker angeblich während eines Fluchtversuchs erschossen worden. Der Kommandeur der Einheit, denen die Soldaten angehörten, habe sofort eine Untersuchung eingeleitet. Die Tatsache, dass sich die Beschuldigten nicht auf freiem Fuß befänden, zeige den Ernst ihrer Lage.

Als nächster Schritt steht nun eine militärgerichtliche Anhörung zur Prüfung der Frage an, ob die Beweise für die Eröffnung eines Militärprozesses ausreichen. Offen blieb zunächst, ob ein solches Verfahren in den USA oder im Irak stattfinden würde.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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