Iran Ahmadinedschad feuert Demonstranten an


Mit Drohungen eröffnete der iranische Präsident Ahmadinedschad die Feierlichkeiten zum Jahrestag der islamischen Revolution. Am Abend zuvor hatten Demonstranten wegen der Mohammed-Karikaturen die französische Botschaft attackiert.

Zum 27. Jahrestag der islamischen Revolution in Iran hat Präsident Machmud Ahmadinedschad seine Verbalattacke gegen Israel wiederholt und den Holocaust erneut als "Märchen" bezeichnet. Die Palästinenser würden eines Tages mit Hilfe "anderer Nationen" den Staat Israel beseitigen, sagte Ahmadinedschad bei einer Kundgebung vor zehntausenden Zuhörern in Teheran. "Wir haben den Westen aufgefordert, das zu beseitigen, was er vor 60 Jahren geschaffen hat. Wenn sie (die Europäer) unseren Vorschlägen nicht folgen, werden das palästinensische Volk und andere Nationen das am Ende für sie erledigen", erklärte der ultrakonservative Präsident.

Die Europäer seien Geiseln der "Zionisten" in Israel geworden, erklärte Ahmadinedschad. Sie ließen keine unabhängige wissenschaftliche Forschung zu, um die "Wahrheit über das Märchen des Holocaust" herauszufinden. Zum Streit um die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen erklärte Ahmadinedschad: "Wie ist es möglich, dass die Beleidigung des Propheten der Muslime weltweit mit Pressefreiheit gerechtfertigt wird, nicht aber eine Untersuchung über das Märchen des Holocaust?"

Demonstranten attackieren französische Botschaft

In der Nacht zum Samstag war es vor der französischen Botschaft in Teheran im Zusammenhang mit den umstrittenen Mohammed-Karikaturen zu Krawallen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Mehrere Dutzend iranische Studenten hatten die Botschaft mit Steinen und Molotow-Cocktails attackiert. Dabei seien mehrere Scheiben zu Bruch gegangen und andere Schäden entstanden, berichteten Augenzeugen. Ein Großaufgebot der Polizei habe schließlich die Ordnung wieder hergestellt und mehrere Demonstranten festgenommen.

Die Demonstranten hatten zuvor "Tod Frankreich", "Tod Dänemark" und "Tod Europa" skandiert. In Dänemark waren die Karikaturen zunächst veröffentlicht und dann in Frankreich und anderen Ländern nachgedruckt worden. Der ultrakonservative Ajatollah Achmad Chatami forderte am Freitag zur Fortsetzung der Proteste gegen die Karikaturen auf, sprach sich aber gegen Gewaltaktionen gegen Botschaften aus. Nach unbestätigten Berichten will eine einflussreiche iranische Zeitung bereits am Montag mit dem Abdruck von Holocaust-Karikaturen beginnen - als Reaktion auf die Mohammed- Zeichnungen.

DPA DPA

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