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Terrorgefahr in Frankreich: Polizei vereitelt schweren Anschlag auf Pariser Kirchen

Nach Angaben des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve, hat die Polizei in Paris ein Attentat auf ein oder zwei Kirchen vereitelt. Außerdem entdeckte sie ein gewaltiges Waffenlager.

Der Pariser Polizeipräfekt Bernard Boucault spricht mit Innenminister Bernard Cazeneuve

Der Pariser Polizeipräfekt Bernard Boucault spricht mit Innenminister Bernard Cazeneuve

Ein 24 Jahre alter Informatikstudent soll in Frankreich einen Anschlag auf ein oder zwei Kirchen geplant haben. Das Attentat habe unmittelbar bevorgestanden, sagte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch. Der Mann wurde bereits am Sonntag in Paris festgenommen. Er war war den Behörden bekannt und soll Neigungen gehabt haben, nach Syrien zu reisen.

Gefundenes Beweismaterial belege die Anschlagspläne "unzweideutig". Sie richteten sich "vermutlich gegen ein oder zwei Kirchen", erläuterte Cazeneuve. Bei dem Mann wurden mehrere Kriegswaffen gefunden. Er soll zudem an der Ermordung einer 32-Jährigen Frau beteiligt sein, die am Sonntag tot in einem Auto in Villejuif bei Paris gefunden wurde.

Mutmaßlicher Attentäter durch Zufall enttarnt

Laut Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sei der mutmaßliche Attentäter nur durch einen Zufall enttarnt worden. Demnach sei der Student durch einen Schuss auf offender Straße verletzt worden, die anonym alarmierte Ambulanz habe wiederrum die Polizei verständigt, die das Auto des Mannes entdeckte. Dort hätten die Fahnder eine Kalaschnikow, eine weitere Handwaffe, eine schusssichere Weste, Munition und ein Blaulicht endeckt. Daraufhin hätten die Sicherheitsbehörden auch die Wohnung des Studenten durchsucht und seien dort auf ein großes Waffenarsenal und die schriftlichen Anschlagspläne gestoßen. Es werde vermutet, dass der 24-Jährige Komplizen gehabt habe.

Im Januar hatte eine islamistische Anschlagsserie Frankreich erschüttert. Bei Angriffen auf die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo", einen jüdischen Supermarkt und eine Polizistin und dem folgenden Polizeieinsatz waren 20 Menschen getötet worden, darunter die Terroristen.

tis/DPA / DPA