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ISRAEL: Sonntag des Schreckens

Sieben Tote bei Anschlägen wurden von der israelischen Armee mit Vergeltungs-Luftangriffen in Ramallah beantwortet. Die Spirale der Gewalt dreht sich weiter...

Bei drei palästinensischen Anschlägen in Israel und im Westjordanland sind am Sonntag mindestens sieben Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Am Bahnhof in Naharia im Norden des Landes sprengte sich am Morgen ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss dabei mindestens drei Israelis mit in den Tod. Mindestens 46 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Weitere Selbstmordanschläge

Bei einem weiteren Selbstmordanschlag an einer belebten Kreuzung nahe der Küstenstadt Netanja wurde später ein Mensch getötet und eine Person verletzt. Der israelische Rundfunk meldete, bei der Leiche handele es sich offenbar um den Attentäter, der eine Autobombe zur Explosion brachte. Stunden vor den Selbstmordanschlägen hatten am Sonntagmorgen Extremisten des Islamischen Dschihad (Heiliger Krieg) bei einem Feuerüberfall auf einen mit Lehrern besetzten Kleinbus nördlich von Jericho im Westjordanland zwei Israelis getötet und drei weitere Insassen verletzt.

Raketenbeschuss von Ramallah als Vergeltung

Als Vergeltung für den Anschlag in Naharia beschossen israelische Kampfhubschrauber etwa drei Stunden nach dem Anschlag in Naharija zwei Gebäude der Fatah-Bewegung Jassir Arafats im Bereich der Palästinenser-Stadt Ramallah mit Raketen. Nach ersten Berichten gab es dabei jedoch keine Opfer.

Araberliga ringt um Umgang mit Israel

Währenddessen suchten die Außenminister der Arabischen Liga am Sonntag in Kairo erneut nach einer gemeinsamen Strategie im Umgang mit Israel gesucht. Kernpunkt der zweitägigen Beratungen, die nach einer kurzen Eröffnungszeremonie hinter verschlossenen Türen stattfanden, waren die jüngste Entwicklung im israelisch-arabischen Konflikt und die Vorbereitungen für die geplanten Treffen von Palästinenserpräsident Jassir Arafat mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres. Daneben soll auch über die weitere finanzielle Unterstützung für die Intifada, den Palästinenseraufstand, diskutiert werden.

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