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Missbrauchsskandal um US-Milliardär: Epstein-Affäre zwang Arbeitsminister aus dem Amt: Trump will Richtersohn zum Nachfolger machen

Im Zuge der Missbrauchsaffäre um den US-Milliardär Jeffrey Epstein hat Donald Trump seinen Arbeitsminister Alex Acosta gefeuert. Dessen Amt soll nun der Sohn eines verstorbenen erzkonservativen Richters übernehmen.

US-Präsident Donald Trump (l.) will Eugene Scalia zum neuen Arbeitsminister machen

Kabinettsumbildung im Zuge der Affäre um Jeffrey Epstein: US-Präsident Donald Trump (l.) will Eugene Scalia (r.) zum neuen Arbeitsminister machen

AFP / Getty Images

"Ich kenne Jeff seit 15 Jahren. Klasse Typ. Macht Spaß, mit ihm Zeit zu verbringen. Er mag hübsche Frauen, so sehr wie ich sie mag, manche von ihnen etwas jünger." Der Tonfall mag den Urheber dieser Zeilen bereits verraten haben: Donald Trump. Der US-Präsident sagte diese Sätze im Jahr 2002 über seinen Bekannten Jeffrey Epstein.

Der Milliardär und Sexualstraftäter gilt als in Politik und High Society sehr gut vernetzt. Das zeigt nicht nur seine (frühere) Bekanntschaft mit dem jetzigen US-Präsidenten. Auch etwa mit dessen Vorgänger Bill Clinton hatte er in den 90er-Jahren engen Kontakt und war zudem ein Freund des britischen Prinzen Andrew. Ganz zu Schweigen von all den berühmten Gästen auf seinen berüchtigten Pool-Partys um die Jahrtausendwende.

Neuer Missbrauchsvorwurf gegen Epstein

Eben jene Pool-Partys haben Jeffrey Epstein gerade wieder in Untersuchungshaft gebracht, weil dabei minderjährige Mädchen sexuell missbraucht worden sein sollen, von Epstein und von manchen seiner Gäste. Der Skandal schlägt derart hohe Wellen, dass Präsident Trump seinen Arbeitsminister Alexander Acosta wegen dessen Rolle bei der juristischen Aufarbeitung des Falls bereits feuern musste. In der Nacht zum Freitag verkündete er auf Twitter, einen Nachfolger für Acosta gefunden zu haben: Eugene Scalia, Sohn des verstorbenen erzkonservativen Obersten Richters Antonin Scalia, soll den Posten bekommen.

Wegen Eppstein-Affäre: US-Arbeitsminister Acosta tritt zurück

Eugene Scalia ist derzeit Partner in der Anwaltskanzlei Gibson, Dunn and Crutcher. In der Vergangenheit war er oberster Rechtsberater des Arbeitsministeriums. Sein Vater Antonin Scalia war von 1986 bis zu seinem Tod im Jahr 2016 drei Jahrzehnte lang Richter am Supreme Court.

Alex Acosta stolpert über Jeffrey Epstein

Eugene Scalias Vorgänger Acosta musste seinen Posten räumen, nachdem Epstein Anfang des Monats erneut verhaftet worden war. Vorgeworfen wurden Epstein der Missbrauch von und Sexhandel mit minderjährigen Mädchen bereits vor mehr als zwölf Jahren. Damals rettete ihn ein vielfach kritisierte Deal mit den Strafverfolgungsbehörden vor einer jahrzehntelangen Haftstrafe. Bei Sexualstraftätern, noch dazu solchen, die sich an Minderjährigen vergehen, ist das ein sehr ungewöhnliches Vorgehen in den USA. Epstein kam letztlich mit einer Verurteilung wegen Prostitution, 13 Monaten Gefängnis, teilweise im offenen Vollzug, sowie einem Eintrag ins Sexualstraftäterregister davon. Mit ausgehandelt hatte den Deal Alex Acosta, damals Staatsanwalt in Florida. Mehr als ein Jahrzehnt später, als Arbeitsminister unter Trump, holte ihn die außergerichtliche Einigung ein und beendete seine politische Karriere.

Vor wenigen Tagen tauchte auch ein Video auf, dass Epstein mit Trump 1992 auf einer Party in dessen Florida-Residenz Mar-a-Lago zeigte. Die beiden scheinen sich darauf vergnügt zu unterhalten. Trump betont jedoch, seit 15 Jahren kein Wort mehr mit Epstein gewechselt zu haben. "Ich kannte ihn, wie jeder in Palm Beach ihn kannte", sagte der Präsident. "Ich war kein Fan."

Epstein sitzt nun in New York in Untersuchungshaft. Am Donnerstag lehnte der zuständige Richter eine Freilassung auf Kaution ab. Bis zum Prozessbeginn wird der Investor also vermutlich im Gefängnis bleiben. Konkret geht es um die Jahre 2002 bis 2005, in denen Epstein dutzende teils minderjährige Mädchen in seinen Häusern in New York und Florida sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben soll. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 45 Jahre Haft.

Quellen: "The Daily Beast" / CNN / NBC / Reuters / "Business Insider" / AFP / DPA

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