HOME

John Kerry: Zustimmung zu Irak-Krieg war richtig

US-Präsidentschaftskandidat John Kerry stellt klar: Auch mit heutigem Wissen hätte er für den Irak-Krieg gestimmt. Trotzdem attackierte er die Irak-Politik der US-Regierung scharf.

Der demokratische Senator Kerry betonte bei einem Wahlkampfauftritt, dass er auch bei heutigem Kenntnisstand im Senat grünes Licht für den Irak-Krieg gegeben hätte. Politische Gegner hatten ihm in der Vergangenheit wiederholt einen "Zickzack-Kurs" in der Irakpolitik angelastet. Auch wenn er seinerzeit gewusst hätte, dass keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden würden, hätte er Präsident George W. Bush die Befugnis zur Kriegseröffnung erteilt, sagte Kerry Medienberichten zufolge in Arizona. Der Senat hatte im Herbst 2002 in einer Resolution Bush Rückendeckung für eine militärische Lösung des Konflikts für den Fall des Scheiterns diplomatischer Bemühungen gegeben.

Kerry: Autorisierung war richtig

Kerry antwortete mit seiner Klarstellung auf eine Aufforderung von Bush in der vergangenen Woche, seine Position darzulegen. Bei dem Gespräch mit Reportern am Rande des Grand Canyon, verband Kerry seine Äußerungen aber mit scharfer Kritik an der Art und Weise, wie Bush den Krieg "gehandhabt" habe. So warf er dem Republikaner beispielsweise vor, überstürzt die Invasion gestartet zu haben, "ohne ein Konzept zu besitzen, wie der Frieden gewonnen werden kann". Kerry sagte zudem, der Präsident habe die USA, was den Kriegsplan angeht, in die Irre geführt. "Warum sind sie in den Krieg gestürmt aufgrund falscher Geheimdienstinformationen und warum haben sie nicht hart gearbeitet, um Amerika die Wahrheit zu sagen." Auch hielt er Bush vor, sich nicht genug um internationale Unterstützung bemüht zu haben.

Bei Wahlsieg will Kerry Truppen verringern

Kerry kündigte an, dass er im Fall eines Wahlsieges am 2. November in den ersten sechs Monaten die US-Truppen im Irak verringern würde. Ermöglichen will er das nach eigenen Angaben durch diplomatische Bemühungen und verstärkte Hilfe anderer Länder. Allerdings schränkte Kerry ein: Wenn die Befehlshaber vor Ort zusätzliche Soldaten verlangen sollten, müsse man tun, was diese sich erbitten.

Mit Material von DPA