Kalifornien Der "Gouvernator" - Fortsetzung folgt


Präsident Bush wird am Dienstag neidisch nach Kalifornien blicken: Den Republikanern steht bei den kommenden Wahlen eine herbe Niederlage bevor. Nur ihm nicht - Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Und das auch, weil er der fleißigste Spendensammler ist.

Reiche Amerikaner und Millionen kleiner Spender helfen derzeit, die politischen Kampagnen in wichtigen Wahlkreisen zu finanzieren. Insgesamt wird der Wahlkampf in den USA am Ende wohl mehr als 2,6 Milliarden Dollar (zwei Milliarden Euro) gekostet haben. In Kalifornien ist Gouverneur Arnold Schwarzenegger dabei, einen Rekord beim Sammeln politischer Spenden für diesen Staat aufzustellen. Rund 95.000 Dollar kommen durchschnittlich täglich in seine Kasse, wie US-Verbraucherschützer errechneten. Der Erfolg seiner Sammelleidenschaft: Schwarzenegger liegt in Umfragen wieder klar vorn.

Schwarzenegger, der sich für die republikanische Partei wieder als Gouverneur für Kalifornien bewirbt, hat in den vergangenen drei Jahren, seitdem er den Demokraten Gray Davis ablöste, 113,4 Millionen Dollar (88,9 Millionen Euro) an Spenden gesammelt. Davis kam in sieben Jahren, in denen er zwei Mal bei Gouverneurswahlen antrat, gerade einmal auf 120 Millionen Dollar. Am großzügigsten zeigten sich bei Schwarzenegger Unternehmen und ihre Topmanager. 75 Prozent der Spenden an ihn betrugen über 10.000 Dollar, einzelne Firmenchefs spendeten sogar über eine Million Dollar.

"Mich kann niemand kaufen"

Schwarzenegger betont aber, dass er in seiner Politik keine Einzelinteressen bedienen werde. "Mich kann niemand kaufen. Und jeder, der spendet, kauft auch diese Philosophie", erklärte Schwarzenegger.

In den letzten Tagen fließt das Spendengeld vor allem in Anzeigenkampagnen und Werbespots in ein paar Dutzende Wahlkreise für die Wahlen zum Repräsentantenhaus und Senat, die als entscheidend für die künftige Zusammensetzung des Kongresses gelten. Die Demokraten müssen im Repräsentantenhaus 15 Mandate hinzugewinnen, um dort die Mehrheit zu erreichen. Alle 435 Sitze werden neu besetzt. Im Senat werden nur 33 der 100 Sitze neu gewählt. Hier dürfte es den Demokraten zwar schwerer fallen zu siegen, unmöglich ist es aber nicht. Viele Rennen gelten noch als offen. Zeitgleich zu den Senats- und Kongresswahlen findet in Kalifornien die Wahl zum Gouverneur statt.

Zweite Amtszeit für Schwarzenegger so gut wie sicher

Arnold Schwarzenegger hat seinen klaren Vorsprung im Rennen um den Gouverneursposten in Kalifornien wenige Tage vor der Wahl weiter ausgebaut. Im Gegensatz zu vielen seiner republikanischen Parteifreunde, die im Strudel negativer Umfragewerte unterzugehen drohen, kann der ehemalige Actionfilm-Star sich damit einer zweiten Amtszeit so gut wie sicher sein. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage gaben 49 Prozent an, für den "Gouvernator" stimmen zu wollen. Sein Herausforderer Phil Angelides von den Demokraten kam auf 33 Prozent. Im Februar lagen beide noch gleichauf.

Reuters/AP AP Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker