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Krise im italienischen Regierungsbündnis: Berlusconi fordert Rücktritt von Parlamentspräsident Fini

Silvio Berlusconi lässt die Muskeln spielen: Der italienische Ministerpräsident hat Gianfranco Fini, Mitbegründer des Regierungsbündnisses "Volk der Freiheit", zum Rücktritt von seinem Posten als Parlamentspräsident aufgefordert.

Der seit Monaten schwelende Streit zwischen dem italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und Kammerpräsident Gianfranco Fini ist eskaliert. Berlusconi forderte den Präsidenten des Abgeordnetenhauses am Donnerstagabend auf, seinen Posten aufzugeben.

"Zerstörerische Kritik" und "absolute Inkompatibilität mit den Prinzipien der Partei" wirft der Medienmogul und Regierungschef dem ehemaligen Postfaschisten Fini vor.

Fini entgegnete dem aufgebrachten Ministerpräsidenten, sein Amt werde nicht von Berlusconi entschieden. "Ich bleibe, wo ich bin", war Finis erste Reaktion. Er wollte am späten Freitagvormittag in einer Pressekonferenz Stellung zur Lage nehmen.

Fini hatte vor rund anderthalb Jahren seine Partei, die postfaschistische Alleanza Nazionale (AN) in Berlusconis "Volk der Freiheit" integriert. Er kritisiert seit langem den autoritären Führungsstil Berlusconis sowie den seiner Meinung nach zu starken Einfluss der rechtspopulistischen Lega Nord von Umberto Bossi in der Mitte-Rechts-Regierungskoalition.

AFP/DPA / DPA