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Künftiger Bürgermeister von Kiew: Klitschko von seiner Wahl "überwältigt"

Für ihn gehe "ein Traum in Erfüllung", sagt Vitali Klitschko: Der Boxweltmeister wird voraussichtlich Bürgermeister von Kiew. In seinem neuen Amt will der 42-Jährige gleich Taten sprechen lassen.

Nach dem voraussichtlichen Sieg von Vitali Klitschko bei der Bürgermeisterwahl in der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat sich der Boxweltmeister "überwältigt" gezeigt. Für ihn gehe "ein Traum in Erfüllung", schrieb Klitschko in einem Beitrag für die "Bild"-Zeitung. "Ich bin überwältigt von dem Vertrauen, das mir entgegen gebracht wurde."

Der Wahltag in der Ukraine sei "ein Tag, der unserem ganzen Land wieder Hoffnung macht", schrieb Klitschko auch mit Blick auf den voraussichtlichen künftigen Staatschef der Ukraine, Petro Poroschenko. Noch weitere Wochen "ohne einen demokratisch gewählten Präsidenten wären in dieser Situation fatal gewesen". Er wolle nun gemeinsam mit Poroschenko "die großen Probleme sofort anpacken" und durch Reformen Investitionsanreize schaffen.

"Gemeinsam die Lage im Land beruhigen"

Der Oligarch Petro Poroschenko hatte die Präsidentschaftswahl am Sonntag laut Nachwahlbefragungen klar gewonnen. Der Unternehmer kam auf fast 56 Prozent der Stimmen. Klitschko kam demnach auf mehr als 57 Prozent. Mit Blick auf die anhaltende Gewalt im Osten schrieb Klitschko in der "Bild"-Zeitung, nun sei es am wichtigsten, "dass wir alle gemeinsam die Lage im Land beruhigen". Russlands Präsident Wladimir Putin rief er auf, die Wahlen anzuerkennen und jede Unterstützung für die prorussischen Separatisten in der Ukraine zu beenden. Er selbst sei bereit, "mit den Menschen über mehr regionale Rechte zu sprechen", schrieb Klitschko.

Barrikaden auf dem Maidan entfernen

Als eine seiner ersten Amtshandlungen will der 42-Jährige auch die Barrikaden auf dem zentralen Platz Maidan entfernen lassen. "Ich bin den Aktivisten des Maidans dankbar, doch jetzt rufe ich sie auf, die Barrikaden zu räumen", sagte Klitschko dem Fernsehsender 1+1 am Sonntagabend. Mit den Sperren aus Autoreifen, Steinen und Holzlatten hatten sich die Gegner des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch bei ihren monatelangen Protesten gegen die Sicherheitskräfte geschützt. Noch immer harren Hunderte auf dem Maidan aus.

mod/AFP/DPA / DPA