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2007 zum Tode verurteilt Weil sie Grund nicht begreifen könne: US-Gericht setzt Hinrichtung von verurteilter Mörderin vorerst aus

Lisa M.
Lisa M.
© Wyandotte County Sheriff's Department / AFP
Lisa M. ist wegen Mordes an einer Schwangeren verurteilt, ihr droht die Todesstrafe. Jetzt wurde die Hinrichtung verschoben. Der Grund: Die Mörderin befindet sich derzeit "weit von der Realität entfernt", wie ein Gericht nun erklärt.

In den USA hat ein Gericht die Vollstreckung des ersten Todesurteils gegen eine Frau seit 70 Jahren kurzfristig ausgesetzt. Die wegen eines grausamen Mordes an einer Schwangeren zum Tode verurteilte 52-jährige Lisa M. werde nicht wie vorgesehen am Dienstag hingerichtet, erklärte ein Gericht im Bundesstaat Indiana.

Lisa M. befindet sich in schlechtem, psychischen Zustand

Richter James Hanlon begründete den Aufschub mit dem schlechten psychischen Zustand der in Indiana inhaftierten 52-Jährigen. Die dem Gericht vorliegenden Berichte zeigten laut Hanlon, dass sich die mit einem beschädigten Gehirn geborene M. derzeit mental "weit von der Realität entfernt" befindet. Dies mache eine Hinrichtung unmöglich, da Täter den Grund für ein Todesurteil begreifen können müssten. Allerdings hätten sowohl die Regierung als auch die Öffentlichkeit ein Interesse an der zeitgerechten Vollstreckung von Hinrichtungen, führte Hanlon aus. Das Gericht werde rasch über das weitere Vorgehen beraten.

Die Anwälte der Verurteilten hatten in der vergangenen Woche auch US-Präsident Donald Trump um Gnade ersucht. Sie baten um Umwandlung der Todes- in eine lebenslange Haftstrafe. Die Anwälte der 52-Jährigen argumentierten in ihrem Brief an den scheidenden Präsidenten, ihre Mandantin sei zum Tatzeitpunkt im Jahr 2004 psychisch schwer krank gewesen.

Das ist der Grund des Todesurteils

M. hatte damals eine Hochschwangere erwürgt und ihr dann das Baby aus dem Bauch geschnitten. Der Vollzug des Todesurteils wäre die erste Hinrichtung einer Frau durch die US-Bundesjustiz seit dem Jahr 1953. Der am Mittwoch kommender Woche aus dem Amt scheidende Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe.

M. war einen Tag nach der Tat in ihrem Haus in Skidmore im US-Bundesstaat Missouri rund 250 Kilometer vom Tatort entfernt festgenommen worden. Das geraubte Baby, das die grausige Tat überlebte, hatte sie bei sich. Vor ihrem Geständnis erzählte sie der Polizei und ihrem Mann, dass sie das Mädchen selbst zur Welt gebracht habe.

M. wurde im Jahr 2007 zum Tod verurteilt. Das US-Justizministerium entschied im vergangenen Jahr in ihrem Fall sowie bei zwölf anderen zum Tode verurteilten Häftlingen in US-Bundesgefängnissen, dass die Hinrichtungen vollzogen werden sollten. Zuvor waren Hinrichtungen durch die Bundesjustiz 17 Jahre lang ausgesetzt gewesen.

aen AFP

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