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Mord an Hariri: Hisbollah-Führer verurteilt UN-Tribunal

Die islamistische Hisbollah lehnt die Anklage im Mordfall Hariri ab. Ihr Führer im Libanon, Hassan Nasrallah, bezeichnete sie als Aggression gegen die Gruppe. "Dieses Tribunal ist ein amerikanisches und israelisches Gericht, wir lehnen es ebenso ab wie alles, was von ihm kommt", sagte Nasrallah am Samstag in einer Fernsehansprache.

Der Führer der Schiiten-Bewegung Hisbollah im Libanon, Hassan Nasrallah, hat das UN-Tribunal zur Aufklärung des Hariri-Mordes nach Fertigstellung der Anklageschrift als Verschwörung gebrandmarkt. "Dieses Tribunal ist ein amerikanisches und israelisches Gericht, wir lehnen es ebenso ab wie alles, was von ihm kommt", sagte Nasrallah am Samstag in einer Fernsehansprache.

Richter des Sondertribunals, das die Schuldigen für das tödliche Bombenattentat auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Jahre 2005 finden soll, hatten am Donnerstag die Anklageschrift an Libanons Generalstaatsanwalt Said Mirsa überreicht. Gleichzeitig übergaben sie Haftbefehle gegen vier Libanesen, die der pro-iranischen Hisbollah angehören sollen.

Nasrallah bezeichnete die vier Angeklagten als "Brüder mit einer ehrenvollen Vergangenheit". Unter den Verdächtigen, die sich möglicherweise in den Iran abgesetzt haben, ist ein Schwager des Hisbollah-Führers.

"Wir betrachten das als Akt der Aggression gegen uns", fügte er mit Blick auf die noch nicht veröffentlichte Anklageschrift hinzu und behauptete, die meisten Mitglieder des UN-Tribunals seien Agenten des US-Geheimdienstes CIA. Ein Ziel des Tribunals sei es, "Unfrieden" im Libanon zu stiften und einen Bürgerkrieg auszulösen.

Nasrallah hatte in den vergangenen Jahren eine Kampagne begonnen, um das UN-Tribunal zu diskreditieren. Bei dem schweren Bombenanschlag 2005 in Beirut waren neben Hariri 22 weitere Menschen getötet worden.

roh/DPA / DPA