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Nigeria: Entführter Deutscher wieder auf freiem Fuß

Vergangene Woche wurden Angestellte der Baufirma Julius Berger in Nigeria von Bewaffneten angegriffen - ein Mitarbeiter wurde bei dem Überfall getötet. Ein entführter Deutscher ist nun wieder frei.

Entführungen sind in Nigeria trauriger Alltag: Zwei Polizisten patroullieren vor einer Schule, aus der 200 Mädchen verschleppt wurden

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Der in der vergangenen Woche in Nigeria entführte Deutsche ist nach Angaben seines Arbeitgebers wieder frei. "Ich kann bestätigen, dass er freigelassen wurde", sagte eine Sprecherin des Bauunternehmens Julius Berger in Nigeria am Donnerstag. Der Mann war am vergangenen Freitag im Süden des Landes von bewaffneten Angreifern entführt worden, die bei dem Überfall einen weiteren Deutschen töteten.

Die Täter hatten die Deutschen nahe der Stadt Sagamu im Bundesstaat Ogun in ihren Fahrzeugen überfallen. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Die Sprecherin des Unternehmens machte am Donnerstag keine weiteren Angaben zu den Umständen der Freilassung. Im Süden Nigerias sind Entführungen von Ausländern keine Seltenheit. Die Verschleppten kommen häufig gegen Lösegeldzahlungen wieder frei.

Im Norden des Landes ist die Islamistengruppe Boko Haram aktiv, die in der Vergangenheit wiederholt Ausländer entführt hatte, darunter im Januar 2012 einen deutschen Bauingenieur. Der Mann wurde Wochen später bei einer missglückten Befreiungsaktion getötet. Im Juli wurde ein Deutscher im nordöstlichen Staat Adamawa verschleppt, sein Schicksal ist unklar.

Das Unternehmen Julius Berger International ist seit 1965 in Nigeria aktiv. Es beschäftigt nach eigenen Angaben 600 Mitarbeiter in dem westafrikanischen Land und ist im Hoch- und Tiefbau sowie bei Gas-, Öl- und Infrastrukturprojekten aktiv.

amt/AFP / AFP
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