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Norwegen: Außenministerium kritisiert Iran wegen Shirin Ebadi-Fall

Nach Informationen des norwegischen Außenministeriums hat der Iran nach wiederholten Schikanen gegen die Shirin Ebadi nun ihren Nobelpreis konfisziert Auch das dazugehörige Diplom sei aus dem privaten Safe der Anwältin entwendet worden.

Minister Jonas Gahr Störe sprach von einem schockierenden Vorfall, wie er sich in dieser Form noch nie ereignet habe: "Es ist das erste Mal, dass nationale Behörden einen Nobelpreis für Frieden konfisziert haben."

Außenminister Jonas Gahr Stoere zeigte sich "schockiert". Es sei das erste Mal, dass die Behörden eines Landes einen Friedensnobelpreis beschlagnahmt hätten, erklärte der Minister. Er hat nach eigenen Angaben bereits den iranischen Vertreter in Oslo einbestellt, um gegen das iranische Vorgehen zu protestieren und ihm seine Besorgnis über das Wohlergeben Ebadis und ihrer Angehörigen auszudrücken.

Im Iran waren in den vergangenen Monaten mehrere Mitstreiter Ebadis sowie ihr Ehemann festgenommen und schickaniert worden. Dies zeige, dass der Meinungsfreiheit im Iran hart zugesetzt werde, erklärte das Ministerium. Ebadi war 2003 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Nach der umstrittenen Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im vergangenen Juni hat sie an die internationale Gemeinschaft appelliert, sich für Neuwahlen einzusetzen und die Niederschlagung der Proteste zu verurteilen.

AP/AFP / AP