Obamas Nukleargipfel Netanjahu sagt ab


Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nimmt nicht an dem Atom-Gipfel in Washington teil, zu dem US-Präsident Barack Obama eingeladen hat.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach Angaben aus Regierungskreisen seine Teilnahme an einem Nukleargipfel in Washington in der kommenden Woche abgesagt. Grund für die Entscheidung sei, dass einige Teilnehmerstaaten das Treffen für Kritik am israelischen Atomprogramm nutzen wollten, verlautete am frühen Freitagmorgen aus Netanjahus Büro. Eine offizielle Erklärung gab es zunächst nicht.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Mike Hammer, bestätigte in Washington Netanjahus Absage. Stattdessen werde dessen Stellvertreter Dan Meridor an der Konferenz teilnehmen. Netanjahu hatte erst am Mittwoch angekündigt, er wolle an dem Treffen am Montag und Dienstag kommender Woche teilnehmen, um vor den Gefahren des Nuklearterrorismus zu warnen. Zu der Konferenz werden Regierungschefs aus mehr als 40 Staaten erwartet.

Israel gilt seit langer Zeit als Atommacht. Die Regierung lehnt jedoch eine offizielle Stellungnahme ab, ob das Land über Atomwaffen verfügt oder nicht. Im Gegensatz zu den meisten Staaten haben Israel und die Atommächte Indien, Pakistan und Nordkorea den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet. Damit gibt es keine Rechtsgrundlage für Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. Internationale Militärexperten vermuten, dass Israel im Besitz von mehreren hundert Atomsprengköpfen ist. Das israelische Atomprogramm setzte mit der Einweihung des Reaktors in Dimona in der Negew-Wüste im Jahr 1965 ein.

Der Bürgermeister von Washington, Adrian Fenty, äußerte am Donnerstag (Ortszeit) die Erwartung, der von Obama einberufene Atomgipfel werde "eines der prestigeträchtigsten" Treffen sein, das jemals stattgefunden habe. Er sagte, an dem Gipfel würden 46 Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Entsprechend stark seien die Sicherheitsvorkehrungen, fügte Fenty hinzu.

APN, AFP

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