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Papst bei Bush: "Religion ist Grundlage der Politik"

Papst Benedikt XVI. und US-Präsident George W. Bush sind sich in der Bedeutung moralischer Werte einig. Ohne sie könne eine Demokratie nicht funktionieren, sagte der Papst beim Empfang im Weißen Haus, wo er auch seinen 81. Geburtstag feiert.

Für Papst Benedikt XVI. und US-Präsident Bush haben Glaube und Religion eine herausragende Bedeutung für das politische Handeln. "Eine Demokratie ohne Werte kann ihre eigene Seele verlieren", sagte der Papst bei einem Empfang auf dem Südrasen des Weißen Hauses. Der Glaube gebe den Menschen zugleich die Kraft, "für eine immer gerechtere und brüderliche Gesellschaft einzutreten". Mehrfach verwies der katholische Kirchenführer dabei auf die Religiosität in den USA.

Mit Blick auf den Kampf gegen den Terrorismus sagte Bush: "In einer Welt, in der einige den Namen Gottes gebrauchen, um Akte von Terror, Mord und Hass zu rechtfertigen, brauchen wir Ihre Botschaft, dass Gott Liebe bedeutet." Eindringlich sprach sich Bush gegen "moralischen Relativismus" aus, der echte Werte wie Wahrheit und Gut und Böse verneine. "Die Gesellschaft sollte nach Gerechtigkeit und Wahrheit streben", sagte der Präsident.

Spontanes Ständchen für das Geburtstagskind

In einer spontanen Geste überraschten die Gäste auf dem Südrasen des Weißen Hauses den Papst an seinem 81. Geburtstag mit einem "Happy Birthday". Anschließend sang die Sängerin Kethleen Battle das "Vaterunser". Bereits zuvor hatte der Jubilar seinen Geburtstag in einer privaten Messe gefeiert. Zu Beginn der farbenprächtigen Zeremonie wurde Benedikt mit 21 Salutschüssen begrüßt, während eine Militärkappelle die Nationalhymne des Vatikans spielte.

Der Präsident dankte Benedikt dafür, dass er seinen 81. Geburtstag in den USA verbringe. Zum Empfang des Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche waren 9000 Menschen in den Garten des Weißen Hauses eingeladen worden, der damit eine seiner größten Veranstaltungen erlebte. Vor Benedikt hatte als erster Papst dessen Vorgänger Johannes Paul II. die USA besucht.

DPA/AP/Reuters / AP / DPA / Reuters
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