Proteste bei Bush-Rede "Go back to Texas"


Bei einer Rede des amerikanischen Präsidenten George W. Bush vor dem australischen Parlament machten einige Abgeordnete mit Protestrufen ihre Ablehnung des Irak-Krieges lautstark deutlich.

Demonstrationen von Kriegsgegnern haben am Donnerstag in- wie außerhalb des australischen Parlaments eine Rede von US-Präsident George W. Bush begleitet. Zwei Senatoren der Grünen Partei wurden nach Zwischenrufen des Saales verwiesen, weigerten sich aber, der Anordnung Folge zu leisten. Vor dem Parlament in Canberra demonstrierten mehrere tausend Anhänger der Friedensbewegung mit Trommeln und Sprechchören gegen die Rede Bushs.

Keine Standing Ovations von Labour-Abgeordneten

Der US-Präsident hielt in seiner Ansprache inne, als er von Senator Bob Brown mit Zwischenrufen unterbrochen wurde. Bei einer weiteren Störung durch Kerry Nettle lächelte er und sagte: "Ich liebe die Meinungsfreiheit." 41 Abgeordnete der Arbeiterpartei unterzeichneten einen Brief an Bush, in dem sie ihre Ablehnung des Irak-Kriegs deutlich machten. Ein Teil der Labour-Abgeordneten blieb demonstrativ sitzen, als sich die Parlamentsmehrheit zum Beifall für Bush erhob.

Bush: Australien handelte statt zu wünschen und zu warten

Bush dankte der australischen Regierung vor beiden Kammern des Parlaments für ihre Beteiligung am Krieg gegen Irak. "Amerika, Australien und andere Nationen handelten in Irak, um eine ernste und zunehmende Gefahr zu beseitigen, anstatt sich aufs Wünschen und Warten zu verlegen, während die Tragödie näher kam." Ministerpräsident John Howard sei "eine Führungspersönlichkeit von außergewöhnlichem Mut". In einem Gespräch mit Howard vor der Rede im Parlament äußerte Bush die Hoffnung, dass ein Freihandelsabkommen mit Australien bis Dezember fertig gestellt werde.

"Go back to Texas"

Die vor dem Parlament versammelten Demonstranten zogen nach der Rede Bushs vor die US-Botschaft. Dort kam es zu vereinzelten Rangeleien mit Polizisten. Plakate der Demonstranten trugen Parolen wie "Go back to Texas" oder "Osama bin Bush"

Der US-Präsident traf aus Indonesien in Australien ein. Seine Reise führte ihn in insgesamt sechs Staaten. In Thailand nahm Bush am Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) teil.


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