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Während Live-Gespräch "Ich dachte Sie äßen Babys": QAnon-Anhänger entschuldigt sich im Interview bei Star-Journalist

Anderson Cooper
Anderson Cooper ist Moderator bei CNN
© Lev Radin/ / Picture Alliance
Die Verschwörungs-Geschichten um Donald Trumps Kampf gegen die bösen Eliten hielten die QAnon-Anhänger online zusammen. Auch Moderator Anderson Cooper wurden schlimmste Handlungen angedichtet. In einem Interview zeigte einer der Anhänger nun Reue - und bat um Verzeihung.

Blutrituale, Doppelgänger von Politikern und eine globale Verschwörung: Anhänger des Online-Kultes QAnon übertrafen sich immer wieder mit den irrsten Erzählungen, wie ihr Held Donald Trump seinen vermeintlichen Kampf gegen die bösen Eliten noch gewinnen würde. Nach dem Ende der Präsidentschaft bricht der Mythos nun langsam zusammen. Und einige der Anhänger zeigen Reue.

Auch Anderson Cooper, CNN-Host und einer der angesehensten TV-Journalisten der Vereinigten Staaten, galt den QAnon-Anhängern als Teil der Weltverschwörung. In einem großen Bericht zu der Verschwörung sprach Cooper auch mit Jitarth Jadeja, einem ehemaligen Anhänger des Q-Kults. Und wurde von dessen Offenheit überrascht.

Überraschende Entschuldigung

"Glaubten Sie zu der Zeit wirklich, dass hochrangige Demokraten und Prominente Satan anbeten und das Blut von Kindern trinken?", fragte Cooper den Verschwörungs-Anhänger. "Anderson, ich dachte Sie tun das", antwortete Jadeja dem verblüfften Moderator. "Und ich will mich dafür in diesem Moment entschuldigen. Es tut mir leid, dass ich dachte Sie äßen Babys. Aber ja, ich glaubte das zu 100 Prozent."

Verdattert hakt Anderson nach, ob er das gerade richtig verstanden hat, ob Jadeja wirklich glaubte, er habe Kinderblut getrunken. "Das tat ich, ja", gibt er sichtbar reumütig zu. "Ich dachte eine gewisse Zeit lang wirklich, dass Q ein Teil des Geheimdienstapparates sei und das die Wahrheit sei." Und das sei nicht alles gewesen: "Ich glaubte wirklich, dass dahinter eine Gruppe von fünfdimensionalen, extradimensionalen, außerirdischen zweibeinigen Vogel-Aliens steckte, die man blaue Aliens nennt."

Jake A. – "QAnon Schamane"

Heute wüsste er, wie hanebüchen diese Vorstellung klinge, erklärte der in Australien lebende Jadeja. "Ich war so tief in diesem schwarzen Loch an Verschwörungstheorien gefangen, dass ich im Prinzip nur noch die Geschichten glaubte, an die ich glauben wollte." Nur langsam habe er aus diesem Loch herausgefunden.

Der QAnon-Verschwörungsmythos beschäftigt die US-Politik nach wie vor. Zwar nimmt mit dem Abtreten Donald Trumps die Zahl an Menschen zu, die sich von ihr abwenden. Nach dem gewaltsamen Sturm des Kapitols durch Trump-Anhänger werden die verbliebenen Anhänger von Sicherheitsbehörden aber nach wie vor als ernstzunehmende Gefahr betrachtet. 

Quelle: CNN

mma

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