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Sieben Tote in schiittischer Kultstätte IS bekennt sich zu Anschlag in Saudi-Arabien


Bei einem Anschlag auf eine schiitische Gebetshalle in Saudi-Arabien sind mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Die mutmaßlichen Attentäter gehören einem bisher unbekannten Ableger des Islamischen Staats an.

Während des schiitischen Aschura-Festes sind bei zwei Anschlägen auf Schiiten in Saudi-Arabien und im Iran insgesamt sieben Menschen getötet worden. Zu dem Anschlag mit fünf Toten und neun Verletzten in der Stadt Saihat im Osten Saudi-Arabiens bekannte sich ein Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). In der iranischen Stadt Desful wurden zwei Menschen getötet. Die Aschura-Feiern wurden am Samstag fortgesetzt.
Bei dem Anschlag in Saihat tötete ein bewaffneter Einzeltäter am Freitagabend fünf Menschen, bevor er von der Polizei gestellt und getötet wurde. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, war unter den Opfern eine 22-jährige Frau. Deren Onkel, Dschafar al-Abbad, sagte, die Familie sei stolz darauf, dass die junge Frau "als Märtyrerin für ihren Glauben" gestorben sei.

IS-Ableger "Provinz Bahrain" bekennt sich zur Tat

Zu dem Anschlag bekannte sich die Gruppierung "Provinz Bahrain" des Islamischen Staats. Ihr "Soldat" Schudscha al-Dosari habe einen "Tempel der schiitischen Ungläubigen mit einer automatischen Waffe angegriffen". Die Gruppe warnte, "Ungläubige" würden auf der Insel Mohammeds "nie sicher sein". Während des Aschura-Fests, das bis zum 24. Oktober dauert, gedenken die Schiiten der Schlacht von Kerbala, bei der der Imam Hussein und sein Vater Ali im Jahr 680 im Kampf gegen den Kalifen Jasid getötet wurden.
Die Gruppierung "Provinz Bahrain" war bislang noch nicht an die Öffentlichkeit getreten. "Es ist die erste Erklärung dieser neuen Sektion des IS auf der arabischen Halbinsel", sagte der Islamforscher Romain Caillet. Der IS stütze sich auf die mittelalterliche geographische Bezeichnung Bahrain für einen Großteil der arabischen Halbinsel. Das entspreche der Logik des IS, die Grenzen am Golf neu festzulegen.
In Saudi-Arabien gibt es immer wieder Anschläge auf Schiiten. Bei zwei Selbstmordanschlägen des IS wurden im Mai 25 Menschen getötet. Im November 2014 tötete ein Einzeltäter während des Aschura-Festes in Al-Dalwa sieben schiitische Gläubige.

"Sie zerstören den Islam"

Großmufti Abdelasis al-Scheich, die höchste sunnitische Glaubensinstanz in Saudi-Arabien, bezeichnete den IS am Freitag als Feind des Islam. "Sie zerstören den Islam", sagte der Großmufti bei einem Gebet in der Moschee Imam Turki in Riad.
Bei einem Anschlag auf eine schiitische Kultstätte in der Provinz Chusistan im Südwesten des Iran wurden zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. Der Anschlag ereignete sich am Freitagabend in der Stadt Desful. Einem örtlichen Polizeivertreter zufolge schossen Unbekannte auf eine Gruppe von Gläubigen.

las/DPA

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