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Präsidentschaftswahl in Sri Lanka Amtsinhaber Rajapaksa gesteht überraschend Niederlage ein


Bei den Präsidentschaftswahlen in Sri Lanka hat Amtsinhaber Mahinda Rajapakse überraschend verloren. Der Staatschef hat seine Niederlage eingestanden und beugt sich "den Wünschen des Volkes".

Entgegen allen Vorhersagen hat Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapaksa die Präsidentenwahl verloren. Er habe den Wahlsieger bereits angerufen und die Niederlage eingeräumt, sagte sein Sprecher am Freitag. "Der Präsident hat denjenigen, die ihn unterstützt haben, gedankt und gesagt, dass er die Entscheidung des Volkes akzeptiert." Neuer Regierungschef wird damit der bisherige Gesundheitsminister Maithripala Sirisena. Er sollte nach Medienberichten noch am Freitag den Amtseid ablegen.

Sirisena galt jahrelang als enger Mitarbeiter Rajapaksas. Im November hatte er seinem Chef unerwartet die Freundschaft gekündigt, um bei den Wahlen gegen ihn anzutreten. Der seit zehn Jahren regierende Rajapaksa wertete dies als schweren Vertrauensbruch. Sein Antritt für eine dritte Amtszeit war umstritten. Dennoch ging er als Favorit in die Wahl.

Sri Lanka verdankt Rajapaksa Wirtschaftsplus

Dreiviertel der 20 Millionen Einwohner sind Sinhalesen. Sie halten Rajapaksa zugute, dass er den jahrzehntelangen Bürgerkrieg gegen tamilische Rebellen 2009 beendete und die Wirtschaft ankurbelte. Menschenrechtler warfen ihm dagegen vor, zu viel Macht im Präsidentenamt zu konzentrieren. Mehrere Brüder Rajapaksas bekleideten hohe Regierungsämter.

Sirisena hat eine internationale Untersuchung zu mutmaßlichen Kriegsverbrechen der Armee während des Krieges gegen die Rebellenorganisation der Tamilen (LTTE) gefordert. Außerdem will er das Parlament stärken und die Macht dezentralisieren.

Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl vom Donnerstag hatten zuvor auf einen Sieg von Herausforderer Maithripala Sirisena hingedeutet. Nach der Auszählung von fast 600.000 Stimmen lag Sirisena mit 56 Prozent vorn, wie die Wahlbehörden am Freitag mitteilten. Demnach kam Rajapakse auf 41 Prozent der Stimmen. Wahlberechtigt waren rund 15 Millionen Menschen, die Beteiligung lag bei geschätzten 75 Prozent.

jen/DPA/AFP DPA

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