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Streikwelle in Griechenland: Proteste setzen sich fort

In Griechenland streiken die Menschen weiter. Zehntausende erschienen auch am Dienstag nicht an ihrem Arbeitsplatz. Neben der Müllabfuhr und den Seeleuten legen auch Journalisten und Beamte ihre Arbeit nieder. In den kommenden Tagen soll sich der Protest weiter verschärfen.

Müllberge in den Straßen, lahmgelegte Flughäfen, vom Festland abgeschnittene Inseln: In Griechenland haben mehrere hunderttausend streikende Beamte und Arbeitnehmer das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Viele Seeleute erschienen den zweiten Tag in Folge nicht zur Arbeit, zwischen Piräus und den Ägäis-Inseln fielen die Fährverbindungen aus. Auch die Müllabfuhr streikte weiter.

Arbeitsniederlegungen gab es auch im Gesundheitsbereich. Viele Staatsbedienstete blockierten die Eingänge von Ministerien. Journalisten begannen am Dienstagmorgen um 6.00 Uhr mit einem 24-Stunden-Streik. Im Radio und im Fernsehen gab es keine Nachrichten, am Mittwoch sollen keine Zeitungen erscheinen. Die Streikenden protestieren gegen geplante Kürzungen ihrer Gehälter sowie gegen Entlassungen.

Die Lage soll sich am Mittwoch und Donnerstag noch einmal verschärfen: Dann planen die beiden größten Gewerkschaftsverbände des staatlichen und privaten Bereichs (GSEE und ADEDY) noch weiter reichende Streiks. Alle Staatsbediensteten sollen demnach nicht zur Arbeit erscheinen.

Die Fluglotsen haben angekündigt, ab Mittwoch zwei volle Tage lang zu streiken. Nur Transitflüge sollen stattfinden. Bus- und U-Bahnfahrer wollen für mehrere Stunden die Arbeit niederlegen, die Taxieigner für 48 Stunden.

Gesetz zur Entlassung von Beamten geplant

Am Donnerstag will das Parlament in Athen ein neues Gesetz billigen, mit dem erstmals seit 100 Jahren Entlassungen von Staatsbediensteten ermöglicht werden sollen. Zudem sollen die Löhne und Gehälter von Beamten und anderen Staatsbediensteten um weitere 20 Prozent gekürzt und weitere Steuern erhoben werden. Die regierenden Sozialisten verfügen über eine knappe Mehrheit von 154 Abgeordneten im 300-köpfigen Parlament.

DPA / DPA
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