Sudan Blauhelme nach Darfur


Erst Libanon, jetzt der Sudan: Bislang hat die Afrikanische Union Friedenstruppen in die vom Bürgerkrieg zerrüttete Region Darfur entsandt. Jetzt ist den afrikanischen Soldaten das Geld ausgegangen - und die UN soll einspringen.

Der UN-Sicherheitsrat könnte noch am Donnerstag über eine Friedenstruppe für die sudanesische Bürgerkriegsregion Darfur abstimmen. Eine von den USA und Großbritannien eingebrachte Resolution sieht bis zu 22.500 Soldaten und Polizisten der Vereinten Nationen (UN) als Ersatz oder Aufstockung für die bisherige Darfur-Truppe der Afrikanischen Union (AU) vor. Allerdings knüpft sie die Entsendung der Kräfte an die Zustimmung der sudanesischen Regierung. Diese wehrt sich bislang vehement dagegen.

Afrikanern fehlt das Geld

Der Beschluss soll dennoch zügig gefasst werden, um Vorbereitungen für die Übernahme der Kontrolle in Darfur von den 7000 AU-Soldaten zu ermöglichen. Deren Mandat endet am 30. September und für eine Verlängerung fehlt den afrikanischen Staaten das Geld. Die UN-Truppe dürfte dem Resolutionstext zufolge alle nötigen Mittel einsetzen, um die Zivilbevölkerung sowie UN-Einrichtungen gegen Angriffe zu verteidigen.

Die Abstimmung im Sicherheitsrat könnte sich bis Freitag verzögern, falls ein Staat darum bittet. Bis auf China und Katar dürften ihr Diplomaten zufolge jedoch alle Ratsmitglieder zustimmen. Die Volksrepublik, die enge Beziehungen zur sudanesischen Regierung hat, wird sich als Vetomacht möglicherweise enthalten. "Jeder Tag, den man die Verabschiedung der Resolution aufschiebt, verzögert die nötige Planung und Logistik", sagte der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton. Nach seiner Einschätzung ist eine Einigung mit der Regierung in Khartum schneller als erwartet möglich, wenn der UN-Beschluss erst einmal gefasst ist.

Reuters Reuters

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