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Syrischer Machthaber: Gehackte Privatmails stellen Assad-Familie bloß

Ihre Echtheit ist nicht mit letzter Sicherheit bewiesen, doch der "Guardian" hält sie für glaubhaft: Die Zeitung verfügt über mehr als 3000 gehackte E-Mails aus den Postfächern des syrischen Machthabers Assad und seiner Frau - mit entlarvendem Inhalt.

Die britische Tageszeitung "The Guardian" verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 3000 gehackte E-Mails aus den Postfächern des syrischen Machthabers Baschar al Assad und seiner Frau Asma. Aus dem digitalen Schriftverkehr gehe hervor, wie der Diktator bei der Niederschlagung des Aufstandes agiere und wie die "First Family" weiter im Luxus schwelge, heißt es in einem auf der Internetseite des Blattes erschienenen Artikel. Trotz genauester Prüfung habe sich die Authentizität der E-Mails nicht mit endgültiger Sicherheit verifizieren lassen, schreibt der "Guardian".

Die Schriftstücke sollen zeigen, dass sich die syrische Regierung bei der Niederschlagung der seit einem Jahr andauernden Proteste im Land offenbar mehrfach vom Iran beraten ließ. In einer Mail fordert Assads Medienberater den Präsidenten zu einer "machtvollen und gewaltsamen" Sprache auf rät ihm die Militärstärke des Landes durchblicken lassen, um eine Intervention von außen zu verhindern. Sein Rat beruhe auf "Gesprächen mit einer Reihe von Personen", darunter der Berater des iranischen Botschafters. In weiteren Mails wird Assad aufgefordert, die "Sicherheit zu verschärfen" und die "staatliche Kontrolle" in bestimmten Regionen "wiederherzustellen".

Ferner gehe aus den Mails hervor, dass Assad detailliert über die Anwesenheit ausländischer Journalisten im Stadtteil Baba Amro in Homs informiert war. Im Februar waren zwei Reporter aus den USA und Frankreich während der Angriffe der syrischen Armee auf Homs getötet worden.

Tausende Dollar für Einrichtungsgegenstände

Assads Frau Asma soll laut den Mails Designerwaren wie Kerzenhalter, Tische und Kronleuchter für mehr als 12.000 Euro übers Internet aus Paris bestellt haben. Dies sei zu einer Zeit geschehen, als die Welt mit Schrecken auf die blutige Niederschlagung der Proteste blickte und viele Syrer unter Kürzungen der Lebensmittelrationen litten. Der Präsident interessiert sich dagegen offenbar für westliche Musik. Beim Online-Musikshop iTunes soll Assad Titel verschiedener britischer und US-Bands heruntergeladen haben.

Der E-Mail-Verkehr, der über Aktivisten in die Hände von Oppositionsanhängern gelangt sein soll, stammt laut "Guardian" aus der Zeit zwischen Juni 2011 und Anfang Februar 2012.

Dem seit einem Jahr andauernden Konflikt in Syrien sollen bisher mehr als 9000 Menschen zum Opfer gefallen sein.

mad/DPA/AFP / DPA
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