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Thailand Junta-Chef stellt Pappfigur von sich auf und verlässt Pressekonferenz

Thailand: Junta-Chef stellt Pappaufsteller von sich auf und verlässt Pressekonferenz
"Fragen sie den da", sagte Thailands Junta-Chef Prayuth Chan-ocha und ließ die Journalisten mit einem Pappaufsteller allein
© Screenshot Twitter
Mit einem Körperdouble der besonderen Art ist der thailändischer Junta-Chef Prayuth Chan-ocha auf einer Pressekonferenz besonders kritischen Fragen aus dem Weg gegangen. Er stellte einen Pappaufsteller von sich auf und verschwand.

Was für ein Abgang. Der thailändische Junta-Chef Prayuth Chan-ocha hatte auf einer Pressekonferenz in Bangkok offenbar keine Lust mehr, sich den kritischen Fragen der Journalisten zu stellen, und kurzerhand einen lebensgroßen Pappaufsteller von sich selbst vor der wartenden Pressemeute aufgestellt, wie verschiedene Medien berichten. "Wenn Sie Fragen zur Politik oder Konflikten haben – fragen Sie den da", sagte er, grüßte kurz, machte auf dem Absatz kehrt und verschwand. Berichten zufolge sollen die wartenden Presseleute teils amüsiert, teils peinlich berührt gelacht haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass das angespannte Verhältnis von Prayuth zur Presse sichtbar wird. Bei einer anderen Gelegenheit hatte er schon mal eine Banane auf einen Kameramann geworfen, ein anderes Mal im Scherz einem Journalisten gedroht, ihn hinrichten zu lassen, sollte er kritisch über die Regierung berichten.

Thailand: Keine kritischen Fragen an den Junta-Chef

Auf der Pressekonferenz am Montag hatte Prayuth kurz über den anstehenden Children's Day gesprochen. Ein unverfängliches Thema. Unangenehmer wären da schon die Fragen nach den Unruhen im Süden des Landes oder den lange angekündigten Wahlen gewesen. Denn die werden seit dem Militärputch 2014 von der Junta angekündigt, jedoch Jahr für Jahr verschoben.

Stattdessen hatten die anwesenden Journalisten nur die Möglichkeit, von der händeschüttelnden Pappattrappe Fotos zu machen. Die BBC berichtet, der Aufsteller sei eigentlich für den Children's Day gedacht gewesen und hätte im Büro des Premierministers aufgestellt werden sollen, wenn die Kinder dieses im Rahmen des Festtages hätten besuchen können.

Auf der Pressekonferenz sagte er, dass es wichtig sei, sich für junge Menschen und deren Potenzial zu engagieren und sie auf die Demokratie des 21. Jahrhunderts vorzubereiten. Thailand würde eine neue Generation von Politikern benötigen. In den vergangenen Monaten war es auf den Straßen Thailands wiederhohlt zu Ausschreitungen zwischen Studenten und Sicherheitskräften gekommen. Die Proteste richteten sich gegen die Militärführung. In den vergangenen Jahren sind viele Studenten verhaftet worden.

tyr

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