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Todesstrafe: Georgia richtet erstmals seit 70 Jahren eine Frau hin

Auch ein Gnadengesuch von Papst Franziskus hat nichts mehr bewirkt: Nach 70 Jahren ist im US-Bundesstaat Georgia zum ersten Mal wieder eine Frau hingerichtet worden.

Gegner der Todesstrafe protestieren bei der Hinrichtung von Kelly Gissendaner

Gegner der Todesstrafe protestieren bei der Hinrichtung von Kelly Gissendaner

Im US-Bundesstaat Georgia ist zum ersten Mal seit 70 Jahren eine Frau hingerichtet worden. Die Todesstrafe von Kelly Gissendaner wurde am frühen Mittwochmorgen per Giftspritze vollstreckt, wie eine Sprecherin der Strafvollzugsbehörden mitteilte.

Am Dienstagabend hatte die zuständige Behörde ein letztes Gnadengesuch für die einzige Frau im Todestrakt von Georgia abgelehnt. Auch Papst Franziskus hatte sich für eine Umwandlung der Todes- in eine Haftstrafe für die 47-jährige Mutter von drei Kindern eingesetzt.

Die 16. Frau, die seit 1976 hingerichtet wurde

Gissendaner hatte im Februar 1997 ihren damaligen Liebhaber angeheuert, ihren Ehemann zu töten, um dessen Lebensversicherung zu kassieren. Der Liebhaber sagte 1998 gegen Gissendaner aus und wurde daraufhin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Gissendaners Hinrichtung war in diesem Jahr bereits zwei Mal verschoben worden, zunächst wegen des Winterwetters und dann wegen Problemen mit der Giftmischung.

Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist Gissendaner die 16. Frau, die seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA im Jahr 1976 hingerichtet wurde. Die Todesstrafe ist in 32 der 50 US-Staaten sowie auf Bundesebene erlaubt, die Zahl der Hinrichtungen geht seit Jahren aber beständig zurück.

jka / AFP