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Tschechien: Prag begeht den 20. Jahrestag der "Samtenen Revolution"

In einer "samtenen Revolution" ohne Gewalt erkämpfen sich die Menschen in der Tschechoslowakei 1989 die Freiheit. Im Oktober gibt es erste Demonstrationen, ihre Teilnehmerzahl wächst stetig.

In einer "samtenen Revolution" ohne Gewalt erkämpfen sich die Menschen in der Tschechoslowakei 1989 die Freiheit. Im Oktober gibt es erste Demonstrationen, ihre Teilnehmerzahl wächst stetig. Auf einer von Studenten organisierten Großkundgebung am 17. November in Prag fordern rund 50 000 Teilnehmer den Rücktritt der Regierung, freie Wahlen und eine freie Presse. Die kommunistischen Machthaber lassen die Demonstration niederknüppeln. Aus Protest gegen die Brutalität der Polizei werden weitere friedliche Kundgebungen und erste Streiks organisiert.

Am 19. November schließen sich Oppositionsgruppen zu einem Bürgerforum zusammen, dessen Hauptinitiator der Bürgerrechtler und Dramatiker Vaclav Havel ist. In den folgenden Tagen fordern Hunderttausende in Prag und anderen Städten erneut uneingeschränkte Demokratie. Die Massenproteste werden von einem Generalstreik begleitet, die Machthaber lenken ein. Am 24. November tritt die gesamte Führung der Kommunistischen Partei (KPC) zurück. Kurz danach streicht das tschechoslowakische Parlament die Führungsrolle der KPC aus der Verfassung.

Am 29. Dezember wählt das Parlament den Tschechen Havel zum ersten nicht-kommunistischen Präsidenten des Landes. Parlamentspräsident wird die Führungsfigur des 1968 niedergeschlagenen "Prager Frühlings", der Slowake Alexander Dubcek. Nach den ersten freien Wahlen 1990 formieren sich in der Slowakei separatistische Gruppen. Am 17. Juli 1992 proklamiert der östliche Teil der Konföderation seine Trennung von Tschechien, zum 1. Januar 1993 tritt die Unabhängigkeit der Slowakei in Kraft. Prag akzeptiert die "samtene Scheidung", und Havel wird Präsident der neuen Tschechischen Republik.

DPA / DPA