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Türkei: Gericht stoppt Umbau-Pläne für Gezi-Park

Späte Genugtuung für die Demonstranten: Ein türkisches Gericht hat die umstrittenen Bebauungspläne von Ministerpräsident Erdogan für den Istanbuler Gezi-Park gekippt.

In der Türkei hat ein Gericht einem Anwalt zufolge die Pläne zum Umbau des Taksim-Platzes in Istanbul gestoppt. Ein Verwaltungsgericht habe bereits Anfang Juni geurteilt, dass das Vorhaben unter anderem Vorgaben zur Bestandserhaltung verletze, sagte am Mittwoch ein Anwalt, der gegen die Bebauung geklagt hatte.

In dem erst jetzt im Detail bekannt gewordenen Richterspruch wird bemängelt, dass die Bewohner über das Projekt nicht ausreichend informiert wurde. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Die Regierung hat angekündigt, einen gerichtlich verfügten Baustopp im Gezi-Park im Taksim-Platz in Istanbul zu akzeptieren. Der Park ist derzeit von Polizisten abgeriegelt und für die Öffentlichkeit gesperrt.

Das Umbau-Vorhaben der Behörden war vor einigen Wochen der Ausgangspunkt für heftige Proteste, die sich zu teils gewalttätigen Massendemonstrationen gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan ausgeweitet hatten. Das harsche Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten war in vielen Ländern der Welt kritisiert worden, die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei wurden belastet.

kng/DPA / DPA