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Ukraine Ein Toter und mindestens 90 Verletzte bei Protesten vor Parlament in Kiew


In der ukrainischen Hauptstadt ist es vor dem Regierungssitz zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Dabei ist ein Mensch ums Leben gekommen - mindestens 90 sind verletzt worden. Zuvor billigte das Parlament eine umstrittene Ausweitung der Autonomierechte.

Bei Zusammenstößen mit Demonstranten vor dem Parlament in Kiew sind nach neuen Angaben mindestens 90 Sicherheitskräfte verletzt worden. Das teilte das ukrainische Innenministerium mit. Vor dem Parlament hatten während einer Abstimmung nationalistische Demonstranten gegen mehr Autonomierechte für die prorussischen Rebellengebiete im Osten des Landes protestiert.

Zuvor hieß es, dass bei einer starken Explosion vor dem ukrainischen Parlament in Kiew ein Mensch ums Leben gekommen ist - etwa zehn weitere sind verletzt worden. Blutüberströmte Menschen, darunter offenbar auch Journalisten, lagen am Boden vor dem Parlament, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest, der eine Handgranate gezündet haben soll. Vor dem Regierungssitz hatten zuvor während einer Abstimmung der Volksvertretung nationalistische, ukrainische Demonstranten gegen mehr Autonomierechte für die prorussischen Rebellengebiete im Osten des Landes protestiert.

Das ukrainische Parlament hatte kurz zuvor gegen den erbitterten Widerstand rechter Parteien die ausgeweiteten Autonomierechte in erster Lesung gebilligt. Die geplante Verfassungsreform soll den Regional- und Kommunalverwaltungen mehr Macht geben, etwa das Recht zum Aufbau einer sogenannten Volkspolizei.

Oppositionelle demonstrieren vor Gebäude

Nicht nur rechte und nationalistische Kräfte sehen die Verfassungsreform als Kniefall vor Russlands Präsident Wladimir Putin. Hunderte Anhänger der oppositionellen nationalistischen Partei Swoboda demonstrierten vor dem Parlamentsgebäude. Der rechtsextreme Prawy Sektor hatte zuvor nach eigenen Angaben die Zufahrtsstraßen zum Parlament blockiert. Vor dem Parlament kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei. Demonstranten warfen Rauchbomben am Ausgang des Parlaments, Tränengas setzten Demonstranten und Polizei ein, wie ein AFP-Journalist beobachtete.

Die Reform gehört zu den Kernforderungen aus dem Minsker Friedensabkommen, mit dem der blutige Konflikt zwischen Kiew und den prorussischen Aufständischen in der Ostukraine überwunden werden soll.

and AFP DPA

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