HOME

USA: Gift-Hinrichtung ist zulässig

In Amerika dürfen auch weiterhin Todeskandidaten mit der Giftspritze hingerichtet werden. Das hat der Oberste Gerichtshof jetzt entschieden. Zwei Häftlinge hatten geklagt, weil sie fürchteten, dass sie bei der Verabreichung der tödlichen Substanz schwere Schmerzen erleiden könnten.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat die Hinrichtung mit der Giftspritze für zulässig erklärt. Die in zahlreichen US-Staaten praktizierte Hinrichtungsmethode sei keine "grausame und unübliche Strafe" und verstoße damit nicht gegen die Verfassung, erklärte Richter John Roberts zur Begründung.

Die Entscheidung vom Mittwoch fiel mit sieben zu zwei Stimmen. Geklagt hatten zwei Todeskandidaten aus Kentucky. Seit das Oberste Gericht im September erklärte, sich mit dem Fall zu befassen, wurde in den USA kein Häftling mehr hingerichtet. Die beiden Todeskandidaten hatten gegen die umstrittene Zusammensetzung der Todesspritze geklagt. Sie hatten erklärt, die derzeit verwendete Kombination aus drei Substanzen berge die Gefahr in sich, dass dem Verurteilten unsägliche Schmerzen zugefügt werden könnten.

Die Giftspritze, die zurzeit in rund drei Dutzend US-Staaten verwendet wird, besteht aus einem Mittel zur Betäubung, einer Substanz zur Muskellähmung und einer Droge, die zum Herzstillstand führt. Die Kläger machen geltend, dass der Verurteilte bei der Verabreichung der dritten tödlichen Substanz schwere Schmerzen erleide, falls das Betäubungsmittel versage. Wegen der Muskellähmung könne er dies aber nicht mehr verdeutlichen. Dies widerspreche der US-Verfassung, die körperliche Grausamkeit bei Hinrichtungen verbiete.

Den Obersten Gerichtshof forderten sie auf, entweder eine andere Zusammensetzung der Giftspritze vorzuschreiben oder die Vorschriften für ihre Anwendung zu verschärfen. Auch müssten Gefängnisbeamte besser ausgebildet werden, um Komplikationen bei Hinrichtungen erkennen und darauf reagieren zu können.

Auslöser des Verfahrens waren Exekutionen in Florida und Ohio, die wesentlich länger dauerten als üblich und deutliche Hinweise darauf gaben, dass der Todeskandidat Schmerzen erlitt. Dies führte dazu, dass Hinrichtungen mit der Giftspritze zunächst ausgesetzt wurden.

AP / AP
Themen in diesem Artikel